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Aktuell Amerika

Kind aus Geiselhaft befreit

Gewaltsames Ende des Geiseldramas in den USA: Die Polizei befreite den fünfjährigen Jungen unversehrt aus seinem Bunkergefängnis. Der Geiselnehmer ist tot.

Bei dem Täter handelt es sich um den 65 Jahre alten Veteranen aus dem Vietnam-Krieg und früheren Lastwagenfahrer Jimmy Lee Dykes. Er hatte nach Polizeiangaben am Dienstag vergangener Woche bei Midland City im US-Bundesstaat Alabama einen Schulbus überfallen, den Fahrer erschossen und den Jungen in seine Gewalt gebracht. Der Mann verschleppte den 5-Jährigen dann in einen unterirdischen Bunker. Die Polizei hatte seitdem versucht, den Kidnapper zur Aufgabe zu bewegen.

#video#Einzelheiten zum Ende des Geiseldramas teilte die Polizei nicht mit. Stephen Richardson, ein Agent der US-Bundespolizei FBI, sagte lediglich, der Junge sei wohlauf, der Geiselnehmer tot. Das Kind sei zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht worden. "Es geht ihm gut", sagte Richardson. Spezialeinheiten hätten den Bunker gestürmt, nachdem die Verhandlungen mit dem Kidnapper ins Stocken geraten seien.

Zudem habe der Täter eine Waffe in der Hand gehalten, der Junge sei in "unmittelbarer Gefahr" gewesen. Wie der 65-Jährige ums Leben gekommen ist, teilte der Polizeibeamte nicht mit. Anwohner berichteten von Explosionen und Schüssen, die sie bei der Erstürmung des Bunkers durch die Sicherheitskräfte gehört hätten. Fragen hierzu wollte Richardson auf seiner Pressekonferenz nicht beantworten.

Rätselraten über Motiv des Täters

Überhaupt hatte sich die Polizei in dem Fall mit Informationen extrem zurückgehalten. Völlig unklar sind nach wie vor die Motive des Täters. Auch über die Verhandlungen mit Dykes und mögliche Forderungen des Mannes drang nicht nach außen. Wie Nachbarn und Medien berichteten, handelte es sich bei dem Täter um einen Mann mit Hang zur Gewalt. Nach Regierungsunterlagen war Dykes 1964 in die Marine eingetreten und hatte bis 1969 gedient. Er war mehrfach ausgezeichnet worden. Später war er wegen eines Waffen- und eines Drogendelikts mit dem Gesetz in Konflikt gekommen.

Bei seinem Überfall auf den Schulbus hatte Dykes offenbar zunächst versucht, zwei Kinder in seine Gewalt zu bringen. Doch mehr als 20 Kinder hätten durch eine Nottür im hinteren Teil des Busses fliehen können. In dem Bunker gab es nach Angaben des zuständigen Sheriffs Wally Olson (Artikelbild) einen elektrischen Heizofen sowie Decken. Den Bunker habe der Mann selbst angelegt, berichteten Medien. Er liege gut einen Meter unter der Erde. Das Entführungsopfer war von der Polizei durch ein Belüftungsrohr mit Medikamenten, Spielzeug und Lebensmitteln versorgt worden. Der Junge soll an Autismus leiden.

wl/SC (dpa, rtr, apd)