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Aktuell Asien

Kims Dementi und Schadenfreude

Nein, mit dem verheerenden Hackerangriff auf die Sony-Computer habe man nichts zu tun. Gerechtfertigt sei die Cyberattacke aber durchaus, lässt Nordkorea unter Kim Yong Un hämisch verlauten.

Alles nur Gerüchte, verbreitet vom Erzfeind im kapitalistischen Südkorea: Die nordkoreanische Staatsführung weist jede Verantwortung für die jüngste Cyberattacke auf das Hollywood-Studio "Sony Pictures Entertainment" weit von sich. Die Nationale Verteidigungskommission unterstellte dem südkoreanischen Nachbarn, "die Geschichte über Nordkoreas Verwicklung" in die Affäre in die Welt gesetzt zu haben, im Pakt mit den USA. In Pjöngjang, so die spöttische Erklärung, wisse man gar nicht "wo in Amerika sich Sony Pictures befindet und für welche Übeltaten es angegriffen wurde".

Zugleich wurde zum Beispiel in der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA das betreffende Hollywood-Studio noch einmal für den Film "The Interview" an den Pranger gestellt. In der Komödie, die vom 25. Dezember an in US-Kinos zu sehen ist, geht es um fiktive CIA-Pläne zur Ermordung des kommunistischen Machthabers Kim Jong Un.

Die Regierung in Pjöngjang hatte den Film schon einmal als "Kriegshandlung" bezeichnet. Nun hieß es, Nordkorea "fordert die Welt auf", das Land gegen den Film zu verteidigen. Der Angriff auf Sony könne auf Unterstützer und Sympathisanten des Landes zurückgehen, die es in der ganzen Welt gebe.

Durch den Hackerangriff waren etliche interne Firmendaten an die Öffentlichkeit gekommen, etwa Gehaltslisten und Sozialversicherungsnummern von Angestellten. Viele Computer wurden lahmgelegt.

In der amerikanischen Presse war berichtet worden, in dem Schadprogramm der Cyberangreifer seien Textstücke auf Koreanisch aufgespürt worden. Außerdem gebe es auffällige Übereinstimmungen zu einer Attacke auf südkoreanische Medien und Banken aus dem Mai 2013.

SC/kle (rtr, APE, dpa)