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Konflikt um Nordkorea

Kim Jong Un will Verhalten der USA noch "etwas länger" beobachten

Experten werten die jüngste Meldung aus Nordkorea als Versuch des Machthabers, die derzeitige Krise zu entschärfen. Zuvor hatte US-Verteidigungsminister Mattis noch einmal eindringlich vor einem Krieg gewarnt.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un im Juli beim Beobachten eines Raketentests mittels Fernglas (Foto: Picture alliance/dpa/Uncredited/KRT/AP)

Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un - angeblich beim Beobachten eines Raketentests im vergangenen Monat

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat seine Pläne für einen Angriff auf die US-Pazifikinsel Guam vorerst zurückgestellt. Nach Gesprächen mit seinen Generälen kündigte Kim an, das Verhalten der USA "ein wenig länger" beobachten zu wollen, hieß es in einem Bericht der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA. Er drohte aber damit, es sich auch wieder anders überlegen zu können.

 "Kim Jong Un deeskaliert"

"Die Vereinigten Staaten sollten als erstes die richtige Entscheidung treffen und durch ihr Handeln beweisen, dass sie die Spannungen entschärfen und einen gefährlichen militärischen Konflikt auf der koreanischen Halbinsel verhindern wollen", sagte Kim laut KCNA. Sollten die USA jedoch ihre "extrem gefährlichen und rücksichtslosen Handlungen auf der koreanischen Halbinsel» fortführen, werde er umgehend eine "wichtige" Entscheidung treffen. Unter Experten wurden Kims Aussagen als Versuch gedeutet, die angespannte Sicherheitslage auf der koreanischen Halbinsel zu entschärfen. "Kim Jong Un deeskaliert, Nordkorea sucht nach einer Beziehung," kommentierte John Delury, Historiker und Nordkorea-Experte an der Seouler Yonsei Universität, über den Kurznachrichtendienst Twitter.

Zuvor hatte US-Verteidigungsminister James Mattis Nordkorea erneut davor gewarnt, die Vereinigten Staaten anzugreifen. Die USA würden jeden Flugkörper abfangen, der in Richtung US-Boden unterwegs sei, sagte Mattis in Washington. "Wenn sie auf die USA schießen, dann kann das sehr schnell zum Krieg führen." Sollte ein Flugkörper US-Territorium, etwa auf der Pazifikinsel Guam, treffen, dann sei "Game on", wie der Ex-General sagte, was in etwa soviel bedeutet wie "Dann geht's los." Sollte Nordkorea - wie in Aussicht gestellt - mit Raketen auch nur in die Gewässer vor Guam schießen, dann müsse Präsident Donald Trump entscheiden, wie zu reagieren sei, sagte Mattis.

US-Verteidigungsminister James Mattis (Foto: Getty Images/AFP/E. Dunand)

US-Verteidigungsminister Mattis: "Wenn sie auf die USA schießen, dann kann das sehr schnell zum Krieg führen"

In einem Telefonat vereinbarten Trump und der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe eine enge Kooperation, um nordkoreanische Raketenangriffe auf Guam zu verhindern. Südkoreas Präsident Moon Jae In sagte dagegen bei einer Zeremonie in Seoul anlässlich des 72. Jahrestages der Befreiung Koreas von Japan, sein Land wolle einen Krieg um jeden Preis verhindern. "Wir müssen die nordkoreanische Atomfrage friedlich lösen, egal, wie viele Höhen und Tiefen es gibt." Einen amerikanischen Militärschlag gegen den Norden werde es ohne die Zustimmung seines Landes nicht geben. Moon forderte Nordkorea zugleich auf, seine Provokationen einzustellen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

EU für Reaktivierung der Sechs-Parteien-Gespräche  

In der Krise wollen auch die EU-Staaten ihre diplomatischen Bemühungen für eine friedliche Beilegung verstärken. Wie die Außenbeauftragte Federica Mogherini am Montagabend nach einem Sondertreffen der für Sicherheitsfragen zuständigen EU-Botschafter mitteilte, soll dazu verstärkt die Diskussion mit den Teilnehmern der 2009 abgebrochenen Sechs-Parteien-Gespräche gesucht werden. Diese waren 2003 ins Leben gerufen worden, um das Atomprogramm zu beenden. Dazu gehören beide Koreas, die USA, China, Russland und Japan.  Der Führung Nordkoreas drohte Mogherini bei einer beschleunigten Fortführung des Atomprogramms weitere Sanktionen der Europäischen Union an.

sti/as (dpa, rtr)

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