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Kultur

'Kim Jong Il wäre die Steigerung'

Die Übernahme des Rotbuch Verlages durch die Berliner Eulenspiegel Verlagsgruppe hat unter mehreren langjährigen Autoren von Rotbuch einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Dazu gehören nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" Peter Schneider F.C. Delius und die in Rumänien geborene Herta Müller.

Der 66-jährige Schneider, der mit der Erzählung "Lenz" 1973 zu einem Kultautor der deutschen Linken und der Studentenbewegung wurde, spricht von einem "Albtraum" und sieht sich "im Bett des Todfeindes". Autoren wie Herta Müller, Thomas Brasch, Richard Wagner und er künftig unter dem Dach eines Hauses, "in dem Stasi-Offiziere ihre Erinnerungen pflegen, und man erfährt, dass es eigentlich ganz gemütlich war in der DDR?" Müller sagte: "Jetzt stehen meine Essays zur Diktatur neben den Memoiren von Egon Krenz, Walter Ulbricht und Markus Wolf. Eine Steigerung wäre nur noch, neben Kim Jong Il zu publizieren." In diesen Tagen sind in dem zur Eulenspiegel-Gruppe gehörenden Verlag Das Neue Berlin "Letzte Gespräche" des im vergangenen Jahr gestorbenen Geheimdienstchefs der DDR, Markus Wolf, erschienen.