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Wirtschaft

Killt "Industrie 4.0" fünf Millionen Jobs?

Das ist ein düsteres Zukunftsszenario im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums: Wegen des zunehmenden Einsatzes von Robotern und der Digitalisierung werden die Industrieländer bis 2021 Millionen Arbeitsplätze verlieren.

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Frauen in Büroberufen - sie sollen vom prognostizierten Jobverlust besonders hart getroffen werden

Bedroht seien vor allem Stellen in Büros und Verwaltung, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" unter Berufung auf eine Untersuchung, die das Weltwirtschaftsforum in Davos am Montag offiziell bekanntmachen wolle.

Die Prognose beruht demnach auf einer Umfrage unter den Top-Managern der 350 größten Konzerne der Welt. Die nächste industrielle Revolution, die unter dem Schlagwort "Industrie 4.0" firmiert, macht demnach mehr als sieben Millionen Arbeitsplätze überflüssig. Betroffen seien weniger die Fabriken, die bereits weitgehend automatisiert sind, sondern Büros und Verwaltung. Gefährdet seien die Angestellten mit "weißem Kragen", heißt es demnach in der Untersuchung. Dem gegenüber stehen nur zwei Millionen neue Stellen, die für Spezialisten im Bereich Computer und Technik bis zum Jahr 2020 neu geschaffen werden sollen.

Südostasien, Mexiko und die USA als Gewinner

Frauen seien sehr viel mehr bedroht vom Verlust des Arbeitsplatzes als Männer, was die Forscher mit der unterschiedlichen Ausbildung der Geschlechter begründen. Im Vorteil sind hingegen alle naturwissenschaftlichen und IT-Berufe, die sogenannten MINT-Fächer, in denen der Frauenanteil noch immer niedrig ist.

Auch global würden sich die Arbeitsmärkte verschieben, heißt es weiter: Eine wachsende Nachfrage nach Mitarbeitern sei in den sogenannten ASEAN-Staaten in Südostasien zu erwarten, gefolgt von Mexiko und den USA. In Europa dürften nur Großbritannien und – deutlich schwächer – die Türkei mit einem besseren Beschäftigungsniveau rechnen. In allen anderen Staaten werde die Zahl der Arbeitslosen wachsen, prognostiziert die Studie. Optimistisch sind die Autoren für Deutschland nur für einzelne wenige Berufszweige: Vertrieb, Logistik, Informatik und das Ingenieurwesen allgemein.

Als Gegenmaßnahme empfiehlt die Studie Investitionen in die Ausbildung, um neue Technologien zu fördern. Kürzere Arbeitszeiten, das klassische Rezept der Gewerkschaften, also eine Verteilung der weniger werdenden Arbeit auf mehr Köpfe, löse das Problem nicht, heißt es abschließend.

sti/qu (FAS, afp)

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