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Aktuell Afrika

"Killer-Fieber" Ebola ängstigt Uganda

Nach dem jüngsten Ausbruch des gefährlichen Ebola-Fiebers herrscht in Uganda große Verunsicherung. Die Zahl der Toten steigt, etliche Menschen liegen mit Symptomen in Quarantäne.

Wie das unganische Rote Kreuz mitteilte, sind inzwischen mindestens 16 Menschen am Ebola-Virus gestorben. Niemand könne derzeit mit Sicherheit sagen, wie sich die Situation weiter entwickeln werde. Neben Ärzte-Teams des Roten Kreuzes, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des US-amerikanischen Zentrums für Krankheitskontrolle sind auch Fachleute von "Ärzte ohne Grenzen" in Uganda im Einsatz. Sie alle versuchen, den Ebola-Patienten zu helfen und diejenigen ausfindig zu machen, die Kontakt mit Betroffenen hatten.

Panik

Angesichts des grassierenden Ebola-Fiebers werden die Behörden in dem ostafrikanischen Land mit Telefonanrufen besorgter Bürger überschwemmt. "Ununterbrochen rufen Leute an, weil sie Fieber oder andere Beschwerden haben und fragen, ob es Ebola ist", berichtete der Chef der Ebola-Einsatztruppe, Anthony Mbonye. Einige Krankenhäuser seien völlig überfüllt, weil die Menschen sich auf Ebola testen lassen wollten. "Aber am Ende stellt sich meist heraus, dass sie nur ein einfaches Fieber haben", so Mbonye. In der Region Kibaale, dem Zentrum der Epidemie, flüchten hingegen viele Menschen aus den Kliniken. Sie befürchten, dass sie sich dort bei Ebola-Patienten anstecken könnten.

Warnung

Der ugandische Präsident Yoweri Museveni nahm die Situation so ernst, dass er sein Volk im Fernsehen dazu aufforderte, jegliche körperliche Kontakte zu vermeiden. "Ebola kann durch Schweiß, Speichel beim Küssen, Blut, den Kontakt mit Erbrochenem, Urin oder sexuellen Flüssigkeiten übertragen werden", warnte Museveni. Korrespondenten berichteten, selbst Händeschütteln gelte mittlerweile vielerorts als Tabu. So mancher Ugander recke derzeit eine Faust in die Luft, statt Bekannten auf der Straße die Hand zu geben.

Die Krankheit verläuft nach Angaben der WHO in 20 bis 90 Prozent aller Fälle tödlich. Anzeichen sind grippeartige Symptome und starke Blutungen aus allen Körperöffnungen. Bisher gibt es keine Schutzimpfung und kein Heilmittel.

In Uganda ist es schon der vierte Ebola-Ausbruch innerhalb von nur zwölf Jahren. Anders als Seuchen wie die Pest, Pocken oder Lepra - die schon vor Hunderten von Jahren Millionen Menschen dahingerafft haben - ist Ebola erst seit den 1970er Jahren bekannt. Damals tauchte das Virus in Zaire auf, der heutigen Demokratischen Republik Kongo. Benannt ist die Krankheit nach dem Fluss Ebola, in dessen Nähe sich die Epidemie ausbreitete.

jh/wa (dpa, dapd, epd)