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Aktuell Welt

Kiews Truppen rücken auf Rebellenhochburg Luhansk vor

Bei schweren Gefechten hat die ukrainische Armee in der Separatistenhochburg Luhansk eine Polizeistation zurückerobert. Die Rebellen schießen ein Kampfflugzeug ab. Der russische Hilfskonvoi steht weiter an der Grenze.

Die Regierungseinheiten hätten vor dem Polizeigebäude die ukrainische Staatsflagge gehisst, teilte ein Militärsprecher in Kiew mit. Innenminister Arsen Awakow sprach von einem "strategisch wichtigen Sieg". Kiew setze bei der "Anti-Terror-Operation" mittlerweile rund 10.000 Kämpfer gegen die prorussischen Aufständischen im Osten der Ukraine ein, so Awakow weiter. Luhansk ist aber weiter unter Kontrolle der Rebellen.

Eine Einnahme der Separatistenhochburg könnte nach Ansicht von Beobachtern einen Wendepunkt in den seit vier Monaten anhaltenden Kämpfen in der Ostukraine darstellen, da die Stadt auf einer mutmaßlichen Versorgungsroute für die Rebellen ins benachbarte Russland liegt. Die Separatisten in der Region Luhansk schossen ein Militärflugzeug vom Typ Mig-29 ab. Der Pilot habe sich per Schleudersitz retten können und sei geborgen worden, teilte ein Militärsprecher in Kiew mit.

Kiew: Wieder russisches Militär eingedrungen

Nach ukrainischen Angaben ist ein Militärkonvoi mit Raketenwerfern von Russland aus in die Ukraine eingedrungen. Eine Militärkolonne mit drei Grad-Raketenwerfern sei von russischem Territorium aus in das ukrainische Dorf Diakowa vorgerückt und weiter Richtung Nyschni Nagoltschik in der Region Luhansk gefahren, sagte Sicherheitsrat-Sprecher Lisenko.

Zudem habe es binnen 24 Stunden zehn Verletzungen des ukrainischen Luftraums durch russische Drohnen gegeben. Die Führung in Kiew beschuldigt Moskau seit längerem, die prorussischen Rebellen in der Ostukraine mit Kämpfern und Waffen zu unterstützen. Die russische Regierung weist den Vorwurf regelmäßig zurück.

Rebellenchef: Moskau hilft

Allerdings hat der Regierungschef der selbsternannten Volksrepublik Donezk, Alexander Sachartschenko, am Samstag eingeräumt, dass die Separatisten Militärhilfe aus Russland erhalten haben. 1200 in Russland ausgebildete Kämpfer sowie 30 Panzer und andere gepanzerte Fahrzeuge seien in das von den Aufständischen kontrollierte Gebiet geschafft worden, sagte Sachartschenko in einem im Internet veröffentlichten Video. Kremlsprecher Dmitri Peskow wies diese Äußerungen zurück: "Wir haben mehrfach gesagt, dass wir keine Technik dorthin liefern."

Hilfskonvoi steht

Im Streit um den russischen Hilfskonvoi für die Ostukraine gibt es weiterhin nur kleine Fortschritte. Zwar hätten sich Kiew und Moskau auf eine Kontrolle der Ladung geeinigt, sagte ein Mitarbeiter des russischen Zivilschutzes der Agentur Interfax. Allerdings seien die vom Roten Kreuz geforderten Sicherheitsgarantien für die Fahrt in umkämpftes Gebiet weiter völlig offen. Mindestens 16 der rund 280 Lastwagen stehen am Übergang Donezk-Iswarino zur Kontrolle bereit. Russische Behörden brachten dazu zusätzlich ein großes Röntgenfahrzeug zu dem Grenzposten.

Ein Vertreter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sagte allerdings der Nachrichtenagentur AFP, die Inspektion der Lastwagen werde nicht mehr am Sonntag beginnen sondern "vielleicht morgen oder übermorgen". Aus einer Hilfslieferung der ukrainischen Regierung verteilte das Rote Kreuz insgesamt 100 Tonnen Lebensmittel in zehn Ortender Ostukraine, die von der Armee kontrolliert werden.

wl/det (dpa, rtr, afp)