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Aktuell Europa

Kiew: Rebellen wollen weiter Städte in Ostukraine angreifen

Trotz der Bemühungen von Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Hollande, die Krise zu entschärfen, wird in der Ostukraine weiter gekämpft. An allen Fronten hätten die Rebellen ihre Angriffe verschärft, hieß es.

Die ukrainische Armee bereitet sich auf eine neue Offensive der pro-russischen Separatisten vor. Die Rebellen hätten ihre Kämpfer zusammengezogen, um die Städte Debalzewo und die südöstliche Küstenstadt Mariupol anzugreifen, sagte ein Militärsprecher in Kiew. Zwischen Freitag und Samstag seien 5 ukrainische Soldaten getötet und 26 verletzt worden. In Donezk soll es mehrere Tote unter der Zivilbevölkerung gegeben haben.

Zivilisten zwischen den Fronten

Einen Tag nach der Feuerpause schlugen in Debalzewo wieder Granaten ein. Dort hatten die Gegner am Freitag eine kurze Feuerpause im Kampfgebiet eingehalten. In dieser Zeit konnten mehr als 700 Zivilisten, die zwischen die Fronten geraten waren, in Sicherheit gebracht werden.

Karte Grenzverlauf umkämpfte Gebiete in der Ost-Ukraine (Grafik: DW)

Umkämpfte Gebiete in der Ost-Ukraine

Debalzewo ist von strategischer Bedeutung, weil sich dort ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt befindet. Zudem liegt die Stadt zwischen den Rebellenhochburgen Luhansk und Donezk. Bislang wurde Debalzewo von der ukrainischen Armee kontrolliert. Die Rebellen versuchen, die ukrainischen Soldaten dort einzukesseln.

Deutsch-französische Friedensinitiative

Trotz eines Waffenstillstandsabkommens, das im September vereinbart worden war, halten die blutigen Gefechte im Osten der Ukraine an. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident François Hollande hatten sich am Freitag bei Russlands Präsident Wladimir Putin in Moskau um eine Entschärfung der Krise bemüht. Allerdings kam es nicht zu einem Durchbruch. Die Politiker einigten sich aber darauf, gemeinsam ein neues Dokument zur Umsetzung des im weißrussischen Minsk ausgehandelten Friedensplans zu erarbeiten.

OSZE appelliert an Konfliktparteien

Der Generalsekretär der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Lamberto Zannier, verlangte einen ungehinderten Zugang zur gesamten ukrainisch-russischen Grenze. "Ansonsten wird es immer wieder Waffenlieferungen oder Gerüchte über Waffenlieferungen geben. Diese verschärfen dann wieder den Konflikt", sagte Zannier der Zeitung "Die Welt". Der Italiener steht seit 2011 an der Spitze der OSZE, die nach den Vereinbarungen von Minsk die Grenze zwischen Russland und der Ukraine überwachen soll.

uh/wl (rtr,dpa,afp)