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Aktuell Nahost

Kies für den Gazastreifen

Israel lockert die Sanktionen und lässt wieder Baumaterial für den Privatsektor in die Palästinensergebiete. Damit wird ein Teil des Waffenstillstandsabkommens vom November erfüllt.

"Ab Sonntag dürfen 20 Lastwagen pro Tag den Gazastreifen mit Kies beliefern", sagte der palästinensische Funktionär Raed Fattuh. Es sei das erste Mal seit Beginn der Blockade von 2007, dass Israel den Import von Baumaterial für den Privatsektor erlaube. Dies sei Teil des Waffenstillstandsabkommens, das unter der Vermittlung des ägyptischen Präsidenten Mursi zustande gekommen sei. Es hatte die über einwöchigen gegenseitigen Luftangriffe zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas beendet.

Weitere Lockerungen in Aussicht

Ein Sprecher der zuständigen israelischen Koordinierungsstelle bestätigte die Vereinbarung. Nach seinen Angaben schließt sie auch die Lieferung von schwerem Baugerät wie etwa Planierraupen ein. Baumaschinen und Material sollen über den Grenzübergang Kerem Shalom (Artikelbild) eingeführt werden. Sollten sich Hamas und andere radikale Palästinensergruppen weiterhin an den Waffenstillstand halten, stellte er weitere Erleichterungen wie etwa die Verbesserung der Stromversorgung im Norden des Gazastreifens in Aussicht.

Israel hatte den Gazastreifen im Jahr 2006 als Reaktion auf die Verschleppung des Soldaten Gilad Schalit abgeriegelt. Nach der Machtübernahme durch die Hamas wurde die Blockade ein Jahr später weiter verschärft. Seit 2010 darf zumindest Baumaterial für Projekte internationaler Hilfsorganisationen wieder in das Palästinensergebiet eingeführt werden.

Nehrstöckiges gebäude unter beschuss während der Luftangriffe vom November (Foto: Getty Images)

Die israelischen Luftangriffe zerstörten viele Gebäude in Gaza-Stadt - ein weiterer Rückschlag für die ohnehin marode Infrastruktur

Schwache Infrastruktur

Die Vereinten Nationen haben zuletzt im August vor einer gravierenden Verschlechterung der Lebensbedingungen im Gazastreifen gewarnt. Bis zum Jahr 2020 werde die Bevölkerung des schmalen Küstenstreifens um rund eine halbe Million auf 2,1 Millionen Menschen anwachsen, erklärte der UN-Vertreter für humanitäre Hilfe und Entwicklung in den Palästinensergebieten, Maxwell Gaylard. Die Infrastruktur des übervölkerten Gebietes könne mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten. Die Zerstörungen durch die Luftangriffe im November dürften dabei einen weiteren Rückschritt bedeuten.

fab/jh (dpae,afp)