1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

Kesten-Preis an Erdogan-Kritiker Dündar und Gül

Sie berichteten investigativ und wurden dafür zu Haftstrafen verurteilt: die Journalisten Can Dündar und Erdem Gül. Das deutsche PEN-Zentrum würdigt die Arbeit der beiden mit dem Hermann-Kesten-Preis.

Türkei Prozess gegen kritische Journalisten Copyright: Reuters/O. Orsal

Bis zum Berufungsprozess auf freiem Fuß: die Journalisten Can Dündar und Erdem Gül

Das deutsche PEN-Zentrum zeichnet die türkischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül mit dem Hermann-Kesten-Preis aus. Sie seien "mutige Kämpfer für die Meinungsfreiheit", erklärte PEN-Vizepräsident Sascha Feuchert. Dündar und Gül stellten sich vehement gegen den Kurs des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, der die Türkei zu einem autokratischen System umbaue, teilte das PEN-Zentrum in Darmstadt mit.

Für Berichterstattung verurteilt

Can Dündar ist Chefredakteur der linksliberalen Tageszeitung "Cumhuriyet", Erdem Gül ist Leiter des Hauptstadtbüros der Zeitung. Nachdem die Journalisten in "Cumhuriyet" im letzten Jahr einen Bericht über türkische Waffenlieferungen an syrische Extremisten veröffentlichten, stellte Präsident Erdogan Strafanzeige gegen sie. Ihnen wurde vorgeworfen, geheime Staatsdokumente veröffentlicht zu haben. Dündar wurde daraufhin im Mai dieses Jahres zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt, Gül zu fünf Jahren. Zurzeit sind die beiden aber bis zum Berufungsprozess auf freiem Fuß.

Mit 10.000 Euro dotiert

Der Hermann-Kesten-Preis wird seit 1994 jährlich verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert. Das PEN-Zentrum Deutschland würdigt mit der Auszeichnung Persönlichkeiten, die sich im Sinne der internationalen PEN-Charta in besonderer Weise für verfolgte und inhaftierte Schriftsteller und Journalisten einsetzen.

Förderpreis für "Translate for Justice"

Außerdem vergibt das PEN-Zentrum Deutschland alle zwei Jahre den mit 3.000 Euro dotierten Hermann-Kesten-Förderpreis. Dieser geht in diesem Jahr an "Translate for Justice". Die Übersetzergruppe informiere die interantionale Öffentlichkeit, wenn Rechte verletzt und Freiheiten eingeschränkt würden, heißt es in der Begründung. Die Plattform wurde 2013 von Dilek Dizdar und Basak Ergil gegründet.

sek/pg (dpa/epd)

Die Redaktion empfiehlt