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Aktuell Afrika

Kerry: Wahlen in Nigeria entscheidend

Die Terrorgruppe Boko Haram lässt Nigeria kurz vor den Wahlen in Chaos und Gewalt versinken. US-Außenminister Kerry appelliert bei seinem Besuch in Lagos daran, unbedingt an der Abstimmung festzuhalten.

US-Außenminister John Kerry mit Nigerias Präsident Goodluck Jonathan (Foto: rtr)

US-Außenminister John Kerry mit Nigerias Präsident Goodluck Jonathan

Überschattet von schweren Kämpfen der Armee mit der Extremistengruppe Boko Haram im Nordosten Nigerias hat US-Außenminister John Kerry das westafrikanische Land besucht. Kerry traf in der Wirtschaftsmetropole Lagos zu Gesprächen mit Präsident Goodluck Jonathan und Oppositionsführer Muhammadu Buhari zusammen. Die Armee konnte eine Offensive von Boko Haram auf die Millionenstadt Maiduguri abwehren, musste aber den Fall der strategisch wichtigen Stadt Monguno einräumen.

USA will nigerianisches Militär unterstützen

Kerry kam drei Wochen vor den Präsidentschaft- und Parlamentswahlen ins ölreiche Nigeria. Die Lage ist angesichts der äußersten Brutalität der islamistischen Aufständischen im Nordosten angespannt. Hunderttausende Flüchtlinge in der Region könnten von den Wahlen ausgeschlossen werden.

Kerry betonte, die Abhaltung friedlicher Wahlen Mitte Februar sei "absolut entscheidend". Dies sei auch der beste Weg, gegen Gruppen wie Boko Haram zu kämpfen. Die sunnitische Terrorgruppe will im Nordosten Nigerias einen sogenannten Gottesstaat mit strenger Auslegung des islamischen Rechts gründen. In Nigeria sollen am 14. Februar ein neuer Präsident und ein neues Parlament gewählt werden. Der nationale Sicherheitsberater Nigerias, Sambo Dasuki, hatte zuletzt eine Verschiebung des Urnengangs gefordert, weil rund 30 Millionen Wahlscheine bislang nicht verteilt werden konnten. Die Wahlkommission hält bisher an dem Wahltermin fest.

Boko Haram Kämpfer (Foto: AP)

Die Kämpfer der Terrorgruppe Boko Haram wüten vor allem im Nordosten des Landes

Angriff auf Millionenstadt Maiduguri

Nigeria ist mit mehr als 150 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste afrikanische Land und zugleich die größte Demokratie auf dem Kontinent. Kerry sicherte dem nigerianischen Militär auch weitere Unterstützung der USA im Kampf gegen Boko Haram zu. Kämpfer der sunnitischen Terrororganisation hatten am Wochenende die Millionenstadt Maiduguri sowie zwei andere wichtige Städte im Nordosten Nigerias angegriffen. Die Streitkräfte konnten die Angreifer nach eigenen Angaben zurückschlagen. Wie die Zeitung "Vanguard" berichtete, sollen mindestens 65 Menschen getötet worden seien, unter ihnen 53 Angreifer und zwölf Zivilisten. Über Maiduguri, wo rund 1,2 Millionen Menschen leben, wurde "bis auf weiteres" eine Ausgangssperre verhängt. Die Großstadt wurde der "Premium Times" zufolge seit Samstagabend von Hunderten Boko-Haram-Kämpfern unter Feuer genommen. Über der Stadt seien Kampfflugzeuge und Hubschrauber des Militärs zu hören gewesen.

Gleichzeitig griffen die Islamisten Monguno an, das rund 65 Kilometer von der Fischerstadt Baga entfernt liegt. In Monguno herrschten Panik und Chaos. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen übernahmen die Extremisten schließlich nach mehrstündigen Gefechten die Kontrolle über Monguno. "Monguno ist gefallen", sagte ein Sicherheitsbeamter. Boko Haram habe auch die Militärkasernen der Stadt unter ihre Kontrolle gebracht.

Steinmeier unterstützt regionale Eingreiftruppe

Bundesaußenminister Frank-Water Steinmeier sagte auf seiner Maghreb-Reise, er unterstütze die Bildung einer regionalen Eingreiftruppe im Kampf gegen die Terrorgruppe Boko Haram. Die Gruppe terrorisiere mit brutaler Gewalt die Bevölkerung in Nigeria und inzwischen auch in den angrenzenden Staaten Kamerun, Niger und Tschad, sagte Steinmeier der "Saarbrücker Zeitung". "Der Vorschlag einer regionalen Eingreiftruppe ist vor diesem Hintergrund richtig." Konsequent aufgebaut und vom Westen unterstützt wäre eine solche Truppe auch "ein Ausdruck der gewachsenen Handlungsfähigkeit und des Verantwortungsbewusstseins Afrikas". Zugleich betonte der Außenminister: "Im Kampf gegen Boko Haram sind alle gefordert, die Staaten der Region ebenso wie der Westen."

as/sti (dpa, afp, ape, KNA)