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Politik

Kerry punktet auch im Süden

John Kerry hat einen weiteren Riesenschritt auf dem Weg zur Kandidatur gegen Bush gemacht. Auch bei Vorwahlen in zwei Südstaaten gewann er die meisten Stimmen. Daraufhin ist nun ein weiterer Mitbewerber ausgestiegen.

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John Kerry in Siegespose

Bei den Vorwahlen in den US-Bundesstaaten Tennessee und Virgina wollte John Kerry am Dienstag (10.2.2004) jene Lügen strafen, die behauptet hatten, der Senator aus dem Nordenglandstaat Massachusetts sei im Süden der Vereingten Staaten dem Wähler nicht vermittelbar. Darauf hatten vor allem seine Mitkonkurrenten um die Präsidentschaftskandidatur, Wesley Clark und John Edwards gehofft, die beide aus Südstaaten kommen.

Die Südstaaten spielten zuletzt bei Präsidentschaftswahlen in den USA immer eine entscheidende Rolle. Nicht von ungefähr kamen die beiden letzten demokratischen US-Präsidenten, Bill Clinton und Jimmy Carter, beide aus dem Süden. Mit John Kerry könnte dieser Trend gebrochen werden.

Im ganzen Land mehrheitsfähig

Der 60-jährige Favorit aus Massachusetts konnte sich auch in Tenesseee und Virginia eindrucksvoll gegen alle innerparteiliche Konkurrenz aus dem Süden durchsetzen: "Die Botschaft ist laut und deutlich. Amerika wünscht den Wechsel im Osten und Westen, Im Norden und nun auch im Süden," sagte Kerry nach seinem erneuten Sieg. Er gewann in Virginia doppelt soviele Stimmen wie seine unmittelbaren Konkurrenten Edwards und Clark zusammen.Und auch in Tennessee lag er deutlich vorn.

Wie auch in den Vorwahlen zuvor gab erneut die Wählbarkeit des Kandidaten den Ausschlag. 89 Prozent aller demokratischen Wähler in Virginia glauben, dass Kerry Präsident Bush schlagen kann. John Edwards, dem Zweitplazierten, trauen dass nur gut 50 Prozent der demokratischen Wähler zu.

Die Nummer zwei

Kerry hat nun 12 von 14 Vorwahlen gewonnen. Ein deutlicher aber noch nicht uneinholbarer Vorsprung. Unter seinen Konkurrenten scheint sich John Edwards als derjenige heraus zu kristallisieren, der Kerry als einziger noch entfernt das Wasser reichen kann. Edwards, der Senator für den Südstaat North Carolina, belegte sowohl in Virginia als auch in Tennessee den zweiten Platz. Edwards will im Rennen bleiben und vor allem den Armen und Arbeitslosen in Amerika den Rücken stärken: "Wir werden an Eurer Seite sein, wir werden für Euch kämpfen und ein Präsident sein, wie ihr ihn verdient."

Wesley Clark steigt aus

Wesley Clark gibt auf

Wesley Clark gibt auf

Ex-Natogeneral Wesley Clark hatte allein im Bundestaat Tennesse über eine Million Dollar für die Wahlkampfwerbung ausgegeben. Dennoch konnte er Kerry nicht annähernd gefährlich werden. Clark gab nach seinem schlechten Abschneiden in den Bundesstaaten Virginia und Tennessee bekannt, er werde aussteigen. Dies sagte ein Mitarbeiter Clarks dem US-Nachrichtensender CNN in der Nacht zum Mittwoch (11.2.2004). Offiziell werde Clark seine Entscheidung am Mittwoch in seiner Heimatstadt Little Rock im US-Bundesstaat Arkansas verkünden, berichtete CNN weiter.

Weitere Wahlen folgen

Howard Dean

Howard Dean

Howard Dean, der diesem Wahlkampf überhaupt erst seine Anti-Bush-Stoßrichtung gegeben hat, hatte weder in Tennesse noch in Virginia ernsthaft Wahlkampf geführt. Er konzentriert sich ganz auf einen Comeback-Versuch bei der Vorwahl in Wisconsin in der nächsten Woche. Dean verfügt derzeit neben Kerry immer noch über die zweitmeisten Delegiertenstimmen.

In Tenessee und Virginia wurden am Dienstag insgesamt die Stimmen von 151 Delegierten vergeben. Um im Juli auf dem Parteitag der Demokraten zum Präsidentschaftskandidaten gewählt zu werden, braucht man aber über 2000 Stimmen. Da bislang erst rund 20 Prozent der Delegierten vergeben sind, könnte sich die komplizierte Kandidatenkür theoretisch noch zu einem Marathon entwickel. Praktisch jedoch sind den Kampagnen der Kerry-Konkurrenten schon aus finanziellen Gründen Grenzen gesetzt. Bis zum "Super Tuesday" am 3. März, wenn in gleich neun Staaten gewählt wird, so hofft zumindest die Führung der demokratischen Partei, sollte das Rennen um die Nominierung endgültig entschieden sein.

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