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Aktuell Nahost

Kerry besorgt über Gewalt in Israel

Bei seinem Besuch in Israel zeigt sich US-Außenminister Kerry besorgt über den jüngsten Ausbruch der Gewalt. Für eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit den Palästinensern will er sich aber vorerst nicht einsetzen.

US-Außenminister John Kerry und Israels Premierminister Benjamin Netanjahu vor ihrem Treffen in Jerusalem (Foto: Reuters)

US-Außenminister John Kerry und Israels Premierminister Benjamin Netanjahu vor ihrem Treffen in Jerusalem

Bei einem Gespräch mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu verurteilte John Kerry die neue Welle palästinensischer Gewalt als "Akte des Terrorismus". Erst am Dienstagmorgen war es wieder zu einem neuen Anschlag im Westjordanland gekommen, als ein Palästinenser südlich von Nablus zwei israelische Soldaten und einen Polizisten mit seinem Auto rammte und dabei alle drei Personen verletzte.

Es könne keinen Frieden geben, wenn es immer wieder zu solchen Angriffen komme, erklärte Kerry. Eine Wiederaufnahme der 2014 abgebrochenen Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern ist für die US-Regierung nach den Ereignissen der letzten Wochen offenbar in weite Ferne gerückt. Kerry werde sich nicht mehr dafür einsetzen, hieß es aus dem Außenministerium in Washington.

Mit Bezug auf die aktuelle Lage sagte Kerry: "Ich bin heute hier, um mit dem Ministerpräsidenten über Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit der gesamten internationalen Gemeinschaft zu diskutieren. Ziel ist es, den Terrorismus und eine sinnlose Gewalt zurückzudrängen und Wege zu finden, um die Ruhe wiederherzustellen."

Der US-Außenminister bekräftigte bei einer anschließenden Begegnung mit Israels Staatschef Reuven Rivlin: "Wir müssen klarmachen, dass keine Frustration, keine Politik, Ideologie oder Gefühlsaufwallung es rechtfertigen, Unschuldigen das Leben zu nehmen."

Treffen mit Abbas geplant

Im weiteren Verlauf des Tages wird Kerry nach Ramallah weiterreisen, um dort auf Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zu treffen. Dort will der Außenminister auf eine Beruhigung der Lage dringen.

Bei der seit dem 1. Oktober anhaltenden Gewaltwelle sind auf beiden Seiten insgesamt mehr als 110 Menschen getötet worden. Auslöser der ist ein Streit um Besuchs- und Gebetsrechte auf dem Tempelberg in Jerusalem. Der Ort gilt Juden und Muslimen gleichermaßen als heilig.

djo/cr (afp, dpa, rtr)