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Aktuell Asien

Kerry auf Vermittlungsmission in Afghanistan

Angesichts des Streits über das Ergebnis der Präsidentenwahl in Afghanistan versucht der US-Außenminister zwischen den Rivalen zu vermitteln. In Kabul traf er zunächst mit dem Kandidaten Aschraf Ghani zusammen.

Bei dem Treffen mit US-Außenminister John Kerry sprach sich der nach vorläufigen Ergebnissen siegreiche Kandidat Aschraf Ghani für eine "umfassende" Überprüfung der Wahlen aus. Er wolle, dass der Wahlprozess von den Afghanen und der Welt als integer und legitim betrachtet werde, sagte Ghani. "Deshalb befürworten wir eine möglichst umfassende und gründliche Überprüfung, um das Vertrauen wiederherzustellen."

Fälschungen von "industriellem Ausmaß"?

Nach vorläufigen Ergebnissen hat der frühere Weltbank-Volkswirt Ghani die Wahl gewonnen. Sein Kontrahent Abdullah Abdullah wirft Ghani und der Wahlkommission aber Fälschungen von "industriellem Ausmaß" vor und reklamiert den Sieg für sich. Das amtliche Endergebnis soll am 22. Juli veröffentlicht werden.

Kerry war nach Afghanistan gereist, um zwischen den Rivalen zu vermitteln und einen möglichen Gewaltausbruch zwischen beiden Lagern zu verhindern. Im Laufe des Tages wird der US-Außenminister auch Gespräche mit Abdullah führen.

"Sehr kritischer Moment für Afghanistan"

Kerry traf auch mit dem scheidenden Präsidenten Hamid Karsai zusammen. Karsai habe dabei betont, dass die Amtseinführung seines Nachfolgers wie geplant am 2. August stattfinde, hieß es in einer Mitteilung des Präsidentenpalastes. Jede Lösung der Krise, die auf Grundlage der Verfassung stattfinde und von den beiden zerstrittenen Präsidentschaftskandidaten angenommen werde, sei akzeptabel.

Bei seiner Ankunft in Kabul am Morgen sprach der US-Verteidigungsminister von einem "sehr kritischen Moment für Afghanistan". Nicht nur die Legitimität der Präsidentenwahl werde durch den Streit der Kontrahenten in Frage gestellt. Die Zukunft des ganzen Landes sei bedroht.

Kerry mahnt die Kandidaten

Kerry hatte sich schon vor Tagen in den innerafghanischen Streit um den Ausgang der Präsidentenwahl eingeschaltet und die Präsidentschaftskandidaten Abdullah und Ghani ermahnt, sich nicht "illegal" die Macht zu sichern. Er habe mit "ernsten Bedenken" zur Kenntnis genommen, dass sich in dem Land eine "Parallel-Regierung" installieren könne, erklärte Kerry bereits am Dienstag in einer von der US-Botschaft in Kabul veröffentlichten Mitteilung. Jeder Schritt, die Macht unrechtmäßig zu übernehmen, werde Afghanistan die finanzielle und sicherheitspolitische Unterstützung der USA und der Staatengemeinschaft kosten.

cr/kis (dpa, rtr, afp)