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Welt

Kernschmelzen in mindestens drei Reaktoren

Experten haben schon lange vermutet, dass es bei der Atomkatastrophe in Fukushima zu mehreren Kernschmelzen gekommen ist. Nun geht auch die Betreiberfirma davon aus, dass insgesamt drei Reaktoren betroffen sind.

Reaktorblock 2 in Fukushima (Foto: AP)

Auch in dem äußerlich nicht zerstörten Reaktorblock 2 hat es wohl eine Kernschmelze gegeben

Bei der Atomkatastrophe im japanischen Kraftwerk Fukushima ist es nach Erkenntnissen der Betreiberfirma in drei Reaktoren zur Kernschmelze gekommen. Kurz nach dem Beben Anfang März habe es auch in den Reaktoren 2 und 3 "sehr wahrscheinlich" eine Kernschmelze gegeben, teilte Tokyo Electric Power (Tepco) am Dienstag (24.05.2011) bei der Veröffentlichung neuer Messwerte mit.

Bislang war nur von einer Kernschmelze in Reaktor 1 die Rede. Die geschmolzenen Brennstäbe seien aber wieder mit Wasser bedeckt und würden so gekühlt. Die Lage sei "stabil", es sei unwahrscheinlich, dass sich die Krise noch verschlimmere, ergänzte der Tepco-Unternehmenssprecher. Insgesamt verfügt die Anlage am Pazifik über sechs Reaktoren.

In dem Kraftwerk versuchen Arbeiter noch immer, Strahlenlecks zu schließen und die Kontrolle wiederzuerlangen. Nach dem schweren Erdbeben und dem Tsunami am 11. März fielen die Kühlsysteme in dem Komplex aus. Die Reaktoren heizten sich deswegen auf.

Wohin mit dem radioaktiven Wasser?

Floß mit Tanks im Meer (Foto: AP)

Die Tanks vor dem AKW können nur noch wenig radioaktives Wasser fassen

Ingenieure stehen indes vor einem neuen Problem: Die Tanks, die radioaktives Wasser aus den Reaktoren aufnehmen, sind fast voll. Kraftwerksbetreiber Tepco erklärte, die Lager würden in drei Tagen kein weiteres Wasser mehr aufnehmen können. Ein System zur Wiederaufbereitung der derzeit mehr als 80.000 Tonnen Wasser ist noch nicht einsatzbereit. Das Wasser war unmittelbar nach der Katastrophe zunächst ins Meer geleitet worden. Später wurde dann das Wasser in Tanks geleitet. Tepco hatte ursprünglich erklärt, diese könnten genutzt werden, bis die Wiederaufbereitung Mitte Juni beginne.

IAEA-Expertenteam untersucht Sicherheitsfragen vor Ort

Hand mit Geigerzähler in Fukushima (Foto: AP)

Ein Expertenteam der IAEA will sich vor Ort ein Bild der Lage machen

Unterdessen ist in Japan ein 20-köpfiges Expertenteam der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) eingetroffen, die vom 24. Mai bis zum 2. Juni Daten zur Nuklearkatastrophe in Fukushima erheben wollen. Der Direktor der IAEA-Abteilung für atomare Sicherheit, Jim Lyons, hatte vor dem Abflug der Gruppe in Wien gesagt, es sei noch nicht sicher, ob sie das Atomkraftwerk in Fukushima selbst besuchen würden. Die Delegation wird die Ergebnisse ihrer Japanreise bei einer Konferenz von Ministern der IAEA-Mitgliedsstaaten präsentieren, die am 20. Juni beginnt.

Autorin: Annamaria Sigrist (dpad, rtr, afp, dpa)
Redaktion: Julia Elvers-Guyot

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