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Sport

Kerber und Co. hoffen auf den großen Coup

22 Jahre nach dem letzten Triumph haben die deutschen Tennisspielerinnen erstmals wieder die Chance, den Fed Cup zu gewinnen. Favorit ist jedoch Gastgeber Tschechien. Das deutsche Team hat damit kein Problem.

Teamchefin Rittner und die Spielerinnen Kerber, Petkovic, Lisicki und Görges mit dem Fed Cup. Foto: Getty Images

Sie wollen den Pokal: Teamchefin Rittner und die Spielerinnen Kerber, Petkovic, Lisicki und Görges (v.l.)

"Die Zeit ist reif für den Titel, es passt gerade richtig gut zusammen", sagt Klaus Hofsäss, der 1992 die deutschen Tennisspielerinnen als Teamchef zum bislang letzten Erfolg im Fed Cup geführt hatte, dem Pendant zum Davis Cup der Männer. Damals gehörte neben Steffi Graf auch die heutige Teamchefin Barbara Rittner zur deutschen Mannschaft, die Spanien in Frankfurt am Main mit 2:1 besiegte. "Seitdem steht eine Mini-Ausgabe des Pokals bei mir zu Hause", sagt die 41-Jährige. "Aber es sieht besser aus, zwei zu haben." Dafür muss das deutsche Team am Samstag und Sonntag in Prag Gastgeber Tschechien besiegen. Andrea Petkovic und Angelique Kerber werden auf dem schnellen Hartplatz in der Prager Arena die Einzel bestreiten. Sabine Lisicki und Julia Görges spielen dann am Sonntag das möglicherweise entscheidende Doppel.

Petkovic mit neuem Selbstvertrauen

Petkovic zeigt beim Turnier in Sofia mit dem Finger nach oben. Foto: Getty Images

Andrea Petkovics Formkurve zeigt nach oben

"Wir wollen den Pott nach Hause holen", sagt Angelique Kerber, die deutsche Nummer eins. "Das wäre der Wahnsinn, ein Highlight meiner Karriere." In dieser Fed-Cup-Saison ist die 26-Jährige noch unbesiegt. Kerber gewann alle vier Einzel. "Angie ist mir sehr nahe, weil ich in ihr Parallelen zu mir als Spielerin sehe", erklärt Teamchefin Rittner: "Diese Sturheit und der Trotz, der manchmal durchkommt, gepaart mit einer hohen Sensibilität." Auch Andrea Petkovic ist rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt in Form gekommen. Sie reiste mit dem

Turniersieg in Sofia

im Gepäck nach Prag. "Ich bin noch nicht bei 100 Prozent, aber das wird schon", sagt Petkovic, die noch vor drei Wochen bei einer Pressekonferenz in Luxemburg in Tränen ausgebrochen war und von persönlichen Problemen gesprochen hatte. "Sie ist die Extrovertierte, das Bindeglied zwischen den Spielerinnen und mir", charakterisiert Rittner die wieder erstarkte 27 Jahre alte Petkovic.

Tschechinnen in der Favoritenrolle

Bei den Buchmachern sind die Gastgeberinnen aus Tschechien leicht favorisiert. Die Mannschaft um Wimbledonsiegerin Petra Kvitova hat den Fed Cup 2012 in derselben Halle in Prag schon einmal gewonnen. "Der Druck liegt ein bisschen mehr bei Tschechien", glaubt Angelique Kerber. "Aber wir haben gezeigt, dass wir auswärts gewinnen können." Das deutsche Team hatte sich sowohl in der ersten Runde

in der Slowakei

als auch im Halbfinale

in Australien

jeweils mit 3:1 durchgesetzt. Tschechien hatte in Spanien (3:2) und im Halbfinale daheim gegen Italien (4:0) gewonnen. Im Fed Cup standen sich beide Länder bisher sieben Mal gegenüber, sechsmal siegten die Tschechinnen, einmal die Deutschen. Im Finale werden maximal vier Einzel und ein Doppel gespielt.

Prominente Daumen-Drücker

"Ich drücke euch die Daumen und wünsche viele Glück", sagte Steffi Graf in einer Videobotschaft an das Team. Die 45-Jährige hatte in ihrer beispiellosen Karriere zweimal den Fed Cup gewonnen, 1987 und 1992. Basketball-Star Dirk Nowitzki schickte aus den USA eine besondere Motivation über den Atlantik. "Die Fußballer haben vorgelegt und sind Weltmeister geworden", ließ der NBA-Profi wissen. "Mädels, jetzt legt ihr nach. Holt euch den Fed Cup in Prag!" Vor Ort mitfiebern wird SPD-Parteichef Sigmar Gabriel. "Es ist eine Riesenchance für den deutschenTennissport, dass die Tennis-Damen nach so vielen Jahren wieder den Titel holen können", sagte der Bundeswirtschaftsminister. "Ich will einfach dort die Daumen drücken."

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