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Wissen & Umwelt

"Kepler" sucht nach einer "zweiten Erde"

Die Frage ist so alt wie die Menschheit selbst: Gibt es da draußen im Weltall Leben, das unserem ähnelt? Um sie womöglich endlich zu beantworten, hat die NASA ein neues Teleskop ins All gebracht: "Kepler".

Computer-Modell von Kepler im Weltall (Foto: NASA)

Dieses Computer-Modell der NASA zeigt "Kepler" beim Einsatz im Weltall

Menschen beobachten den Start der Trägerrakete mit dem Kepler-Teleskop (Foto: AP Photo/Florida Today, Malcolm Denemark)

Die Trägerrakete zog auf ihrem Weg ins All einen grellen Lichtstrahl über den Nachthimmel

Die Trägerrakete mit der Forschungssonde startete am Samstagmorgen um 4.49 Uhr mitteleuropäischer Zeit vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida. Eine gute Stunde später machte die Sonde sich in 721 Kilometern Höhe selbstständig und kreist seitdem im Gefolge der Erde um die Sonne. Wichtigster Teil der Sonde ist das "Kepler"-Teleskop mit einer 95-Megapixel-Digitalkamera. Nach NASA-Angaben ist es die stärkste Kamera, die jemals ins Weltall befördert wurde. Die Kosten des Projekts belaufen sich auf umgerechnet etwa 480 Millionen Euro.

Die Sterne, die "Kepler" beobachten soll, liegen in unserer Milchstraße und sind einige 100 bis einige 1000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Das 4,6 mal 2,8 Meter große Teleskop soll vor allem in den Sternbildern Schwan (Cygnus) und Leier (Lyra) in der 600 bis 3000 Lichtjahre entfernten Goldilock-Zone Ausschau halten. Dort werden bewohnbare Planeten von der Größe der Erde vermutet. Rund 100.000 Sterne soll das Teleskop dort ins Visier nehmen.

Optimismus unter Forschern

Da "Kepler" von der Erdatmosphäre ungestört bleibt, hat das Teleskop einen besseren Blick auf die Himmelskörper als Beobachtungsstationen auf der Erde. Die Beobachtungsregion ist zugleich so weit nördlich der Erde, dass das Licht unserer Sonne nicht stört. Einige Wissenschaftler sind daher optimistisch und glauben, "Kepler" werde Hunderte neue Planeten finden. Davon wiederum könnten vielleicht Dutzende Bedingungen aufweisen, die Leben ermöglichen, womöglich menschenähnliches Leben. Das Teleskop ist allerdings nicht in der Lage, direkt nach einem solchen Leben Ausschau zu halten. Das müssten künftige Geräte übernehmen.

Zu heiß - zu kalt

Forscher haben bereits etwa 350 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. Diese sind jedoch alle entweder viel zu heiß oder zu kalt sind, um Leben hervorzubringen. Auf der Suche nach Himmelskörpern ist seit 2006 auch die europäische Sonde "Corot" im All.

Deutscher Astronom

Namenspatron für das neue NASA-Teleskop ist der deutsche Astronom und Mathematiker Johannes Kepler (1571-1630). Der in Weil geborene Kepler erstellte erfolgreich ein Tafelwerk mit Sonnen-, Mond- und Planetenbahnen. Keplers "Tabulae Rudolphinae" (Rudolfinische Tafeln) erschienen nach vielen Schwierigkeiten 1627 und bildeten von da an für 200 Jahre die Grundlage vieler astronomischer Berechnungen. Bekannt wurde Kepler auch für die von ihm aufgestellten drei "keplerschen Gesetze" der Planetenbewegung. Danach bewegen die Planeten sich auf Ellipsen, so genannten Kepler-Ellipsen. (mas)

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