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Kenia

Kenyatta gewinnt Präsidentenwahl

Jetzt ist es offiziell. Kenias amtierender Präsident ist für eine weitere Amtszeit gewählt. Laut Endergebnis kommt er auf 54,27 Prozent der Stimmen, Herausforderer Odinga auf 44,74 Prozent.

Das Ergebnis gab der Leiter der Wahlkommission, Wafula Chebukati, bekannt. Insgesamt wurden demnach mehr als 15 Millionen Stimmen abgegeben. Mit dem Wahlsieg hat sich der seit 2013 amtierende Uhuru Kenyatta (Artikelbild, Mitte) eine zweite Amtszeit gesichert.

Kenyatta streckte seinem politischen Gegner, Oppositionsführer Raila Odinga, die Hand aus. "Wir sind keine Feinde, wir sind alle Bürger derselben Republik", erklärte er nach Verkündung des Wahlergebnisses. Zugleich forderte er die Bürger zu nationaler Einheit, Frieden und Harmonie auf.

Wahl nach ethnischer Zugehörigkeit

Odinga war schon bei den Präsidentenwahlen 2013 und 2007 unterlegen. Der 55-jährige Kenyatta und der 72-jährige Oppositionsführer und Ex-Regierungschef sind seit langem verfeindet. In Kenia wird überwiegend nach ethnischer Zugehörigkeit gewählt. Kenyatta und Odingo repräsentieren die beiden größten Volksgruppen. Kenyatta ist Kikuyu, Odinga Luo.

Die Bekanntgabe des amtlichen Auszählungsergebnisses hatte sich im Verlauf des Tages immer wieder verzögert. Die Ergebnisse aus zwei Wahlkreisen stünden noch aus, hatte die staatliche Wahlkommission mitgeteilt. "Es ist wichtiger, akkurat zu sein als den Prozess zu überstürzen und dabei Fehler zu begehen", erklärte die Kommission.

Opposition spricht von "Wahl-Farce"

Kurz vor der Verkündung des Ergebnisses der Präsidentenwahl hatte die Opposition erneut Betrugsvorwürfe erhoben. Der Politiker James Orengo vom Parteienbündnis Nasa bezeichnete die Stimmauszählung in Nairobi als "Farce". Die Oppositionsallianz boykottiere deshalb die Verkündung des Ergebnisses durch die Wahlkommission.

Kenia - Wahlen - Vorsitzender des Independence Electoral and Boundaries Commission Wafula Chebukati bei Pressekonferenz (picture-alliance/AP Photo/S. A. Azim)

Der Vorsitzende der Wahlkommission, Wafula Chebukati, verkündete das Ergebnis

Orengo machte zugleich klar, dass sich die Opposition von einer juristischen Anfechtung des Ergebnisses vor Gericht nicht viel verspreche. "Der Gang vors Gericht ist für uns keine Alternative", sagte er. "Wir waren dort bereits."

Hatten Externe Zugang zu den Daten des Zentalcomputers?

Fast 20 Millionen registrierte Wählerinnen und Wähler waren am Dienstag aufgerufen, über einen neuen Präsidenten, das Parlament, Gouverneure, Senatoren, Abgeordnete der Landkreise und Frauenvertreterinnen abgestimmt. Der Wahltag selbst verlief weitgehend friedlich. In Nairobi und im Westen des Landes kam es am Mittwoch zu Demonstrationen von Unterstützern der Opposition.

Odinga, der aussichtsreichste Oppositionskandidat bei der Präsidentenwahl, hatte nach Ende der Abstimmung behauptet, die Datenbank der Wahlbehörde sei von Hackern zugunsten des Amtsinhabers Kenyatta manipuliert worden. Der Leiter der Wahlkommission, Wafula Chebukati, räumte ein, dass es einen solchen Versuch gab. Dieser sei aber nicht erfolgreich gewesen.

Wahlbeobachter sehen keine Anzeichen für Manipulation

Die internationalen Wahlbeobachter kamen zu dem Schluss, dass Wahl ohne Unregelmäßigkeiten abgelaufen ist. Es gebe keine Anzeichen für eine "zentralisierte oder lokal begrenzte Manipulation" bei der Abstimmung in Kenia, sagte die Leiterin der EU-Beobachtermission, Marietje Schaake, in Nairobi zu den Betrugsvorwürfen der Opposition.

Auch andere Beobachter wie der ehemalige südafrikanische Präsident Thabo Mbeki, der die Mission der Afrikanischen Union leitet, und der ehemalige US-Außenminister John Kerry sprachen von einem fairen Wahlverlauf. Kerry war für das amerikanische Carter-Center als Beobachter in Kenia.

qu/gri (rtr, afp, BBC)

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