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Politik

Kennen Sie den?

Kennen Sie Ludwig Stiegler? Wenn nein, müssen Sie sich nicht grämen. Der Bayer im roten Rollkragenpullover wurde jüngst durch einen spektakulären Fauxpas bekannt. DW-RADIO-Korrespondent Wolter v. Tiesenhausen berichtet.

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Bis vor kurzem kannten Stiegler nur die Insider. Doch das hat sich geändert. Der Stiegler Lugi ist dabei Geschichte zu machen. Grund genug, ihn einem breiteren Publikum zu präsentieren. 57 Jahre ist er alt, gelernter Rechtsanwalt und seit über zwanzig Jahren Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Dort fiel der Sozialdemokrat vor allem dadurch auf, dass er sich vorzugsweise in einem roten Pullover präsentierte.

Seine bajuwarische Sprachgewalt sollte niemand zu dem Fehlschluss verleiten, der Stiegler sei ein Schwarzer. Mit denen hat er nämlich gar nie nichts im Sinn. Im Gegenteil, erst jüngst verdammte er sie und – damit die Rechnung auch rund werde – die Liberalen gleich dazu als Steigbügelhalter der Nazis. Die so Gescholtenen wollten das nicht auf sich sitzen lassen. Der Stiegler müsse sich entschuldigen, sonst lasse man die Gespräche über eine neue Zuzugsregelung für Ausländer platzen, verlangten Schwarze und Blau-Gelbe. Und hier wird Stieglers Rolle historisch. Bleibt er bei seinem Verdikt, dann können sich Kanzler und Koalition ihre Zuzugsregelung an den Hut stecken. Doch wäre das wirklich so schlimm?

Am Scheitern wäre dann ja die gesprächsverweigernde Opposition schuld. Die Koalition könnte nicht nur auf ihren guten Willen, sondern auch auf die durch keinen Kompromiss beschädigten Ausgangspositionen verweisen. Nur stur scheint er denn doch nicht zu sein, der Stiegler Lugi, der G'scherte.