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Wahlkampf in Kenia

Kenias Vizepräsident William Ruto entgeht Anschlag nur knapp

Kurz vor der Wahl hat ein bewaffneter Mann das Anwesen von Kenias Vizepräsident William Ruto angegriffen. Die Hintergründe sind noch nicht ganz geklärt. Klar ist aber: Der Politiker hatte großes Glück.

Die Polizei spricht von einem Einzeltäter mit einer Machete, der nach einem 20-stündigen Einsatz erschossen wurde. Auch ein Wachmann starb sowie ein Polizist. William Ruto und seine Familie waren zum Zeitpunkt des Anschlags nicht zuhause.

Kenia Eldoret - Deputy President William Ruto (Reuters/T. Mukoya)

William Ruto, kenianischer Vizepräsident

Sie hatten das von einer Spezialeinheit bewachte Anwesen in der Stadt Eldoret im Westen des Landes (im Bild eine Archivaufnahme) offenbar kurz zuvor verlassen. Es liegt im Rift Valley, einer Hochburg der Opposition. Dort waren nach der Wahl 2007 heftige Kämpfe ausgebrochen, in deren Verlauf mehr als 1100 Menschen getötet wurden.

Wahlen im Zeichen von Gewalt

Der Vizepräsident befindet sich derzeit an der Seite von Staatschef Uhuru Kenyatta im Wahlkampf. Am 8. August geht es für die beiden bei der Parlaments- und Präsidentenwahl um die Wiederwahl. Umfragen sagen ein knappes Rennen zwischen der "Jubilee Coalition" aus Amtsinhaber Kenyattas TNA und Rutos URP sowie Oppositionschef Raila Odinga voraus.

Odinga hat die Regierung im Vorfeld der Wahl mehrfach beschuldigt, das Ergebnis zu ihren Gunsten manipulieren zu wollen. Dementsprechend angespannt ist die Lage im Land.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wies vor einigen Wochen auf Berichte über Drohungen und Einschüchterungsversuchen gegen Wähler in Naivasha hin. Auch dort gab es 2007 Ausschreitungen - und Beobachter befürchten Ähnliches für die Wahl in einer Woche.

In Kenia kommt es immer wieder zu blutigen Anschlägen rivalisierender politischer Lager. Außerdem überzieht die Terrormiliz Al-Shabaab das Land mit Attentaten, bei denen schon Hunderte Menschen getötet wurden. 

Regierungschefs unter Anklage

Das Blutvergießen von vor zehn Jahren verfolgte Regierungschef Kenyatta und seinen Stellvertreter Ruto noch lange: Der Internationale Gerichtshof erhob gegen beide Anklage, weil sie die Gewalt inszeniert hätten.

Allerdings wurden die Vorwürfe nach und nach fallengelassen. Nach Ansicht von Chefankläger Fatou Benouda war ein Prozess wegen massiver Einschüchterungsversuche gegen Opfer der Gewalt von 2007 nicht mehr möglich.

mak/kle (afp, rtre, dpae)