Kenias Oppositionsführer Raila Odinga als ″Gegenpräsident″ ausgerufen | Afrika | DW | 30.01.2018
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Kenia

Kenias Oppositionsführer Raila Odinga als "Gegenpräsident" ausgerufen

Rund zwei Monate nach der umstrittenen Wahl Uhuru Kenyattas zum Präsidenten Kenias kommt das Land nicht zur Ruhe: In einer bizarren Massen-Zeremonie ließ sich Oppositionsführer Raila Odinga zum "Volkspräsidenten" küren.

Kenia Vereidigung von Raila Odinga in Uhuru Park in Nairobi (picture-alliance/AP Photo/B. Curtis)

Oppositionsführer Raila Odinga im Uhuru Park in Nairobi - Die Menge reagierte stürmisch, als er seinen Eid auf die Bibel schwor

Vor Hunderten von Unterstützern legte Raila Odinga im Uhuru-Park im  Zentrum von Nairobi einen Eid ab. Mehrere Fernsehsender konnten von der Zeremonie nicht live berichten. Die Kommunikationsbehörde des Landes habe Citizen TV in den meisten Teilen des Landes abgeschaltet, teilte der Sender mit. Einige Sender übertrugen das Ereignis allerdings online.

Kenia Vereidigung von Raila Odinga in Uhuru Park in Nairobi (Reuters/B. Ratner)

Hunderte seiner Unterstützer verfolgten im Zentrum Nairobis die "Vereidigung" Raila Odingas

Odinga  sprach bei seiner Vereidigungszeremonie von einem "historischen Tag für die Menschen von Kenia".  In einigen Teilen der Stadt war ein Großaufgebot an Polizisten zu sehen, um den Park herum gab es den laut Medien allerdings kaum Beamte. Die befürchtete Gewalt blieb indes aus.

 

Die Lage in dem ostafrikanischen Land ist seit Monaten angespannt. Die erste Präsidentenwahl im August, aus der Amtsinhaber Uhuru Kenyatta als Sieger hervorging, wurde in einer historischen Entscheidung vom Obersten Gericht annulliert. Die zweite Wahl im Oktober wurde von der Opposition boykottiert, da die Wahlkommission aus Sicht von Odinga nicht genug Reformen eingeleitet hatte. Kenyatta gewann die Abstimmung mit mehr als 98 Prozent der Stimmen, die Wahlbeteiligung lag aber bei nur knapp 40 Prozent. 

Odingas politische Agenda bleibt unklar

Was Odinga und sein Parteienbündnis nun konkret vorhaben, war zunächst unklar. Der 73-Jährige versprach in einem Interview mit dem Sender KTN News, dass alles, was geschehen werde, rechtmäßig und verfassungsgemäß sei. Aus Sicht der kenianischen Menschenrechtskommission (KNCHR) haben sich seit den Wahlen die Fronten zwischen den politischen Gegnern verhärtet. Kenyatta hatte vergangene Woche sein neues Kabinett vorgestellt.

Kenia Uhuru Kenyatta Wahlsieger (Getty Images/AFP/T. Karumba)

Kenias international anerkannter Präsident Uhuru Kenyatta

Immer wieder war es in Kenia rund um die Wahl zu Demonstrationen von Oppositionsunterstützern und Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Mindestens 92 Menschen kamen in Folge der Gewalt ums Leben.

tön/uh (dpa, afp, epd)