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Afrika

Kenias "Mutter der Bäume" feiert Geburtstag

"Heldin des Planeten" – so nannte das Time Magazin sie schon 1998. Wangari Maathai feierte ihren 70. Geburtstag. Die Umweltaktivistin ist erst im Dezember 2009 zur UN-Friedensbotschafterin ernannt worden.

Wangari Maathai bei einer Rede des Nobel-Preis-Forums in Iowa (Foto: AP)

70 Jahre und kein bisschen leise: Wangari Maathai

Konsequent und ohne Angst kämpft Wangari Maathai für Umweltschutz, Frauenrechte und soziale Gerechtigkeit. In Afrika ist ihr Engagement seit Jahren legendär. Der westlichen Welt dürfte sie spätestens bekannt sein, seit sie den Friedensnobelpreis für ihr Engagement im Jahr 2004 bekam. Mit ihrer Organisation "Green Belt Movement" pflanzte sie Millionen Bäume. Am Donnerstag (01.04.2010) ist die engagierte Umweltaktivistin zwar 70 Jahre alt geworden, aber denkt noch lange nicht an den Ruhestand.

Friedensnobelpreis öffnete Türen

EU-Kommissionspräsident Manuel Barroso (rechts) mit der Nobelpreisträgerin Wangari Maathai und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy (links) vor dem Elysée-Palast in Paris (Foto: AP)

Mit den "Mächtigen" ist Maathai, wie hier in Paris, immer wieder im Gespräch

Besonders der Friedensnobelpreis habe ihr den Ansporn gegeben weiter zu machen, erzählt sie in einem Interview: "Eine Friedensnobelpreisträgerin zu sein, kann eine ganz schön überwältigende Erfahrung sein, wenn es um die vielen Briefe von Menschen geht, die ihre Anteilnahme ausdrücken möchten." Die Tatsache, dass der Preis für den Umweltschutz an eine Person aus Afrika vergeben wurde, die an der Basis arbeitet und mit der Friedensbewegung und Demokratisierung in Entwicklungsländern verbunden wird, habe ihr die ganze Welt eröffnet.

Acht Cent pro Baum

1,5 Millionen Dollar hat sie in Oslo bei der Preisverleihung bekommen. Wie hat sie das Preisgeld seitdem eingesetzt? "Das Geld wird sehr vorsichtig verwendet. Wir haben es nicht eilig, denn ich denke an die Zukunft und möchte eine Stiftung gründen. Ich brauchte auch Geld für laufende Projekte."

Wangari Maathai pflanzt einen Baum (Foto: AP)

Die Nobelpreisträgerin bei der Arbeit: Wangari Maathai pflanzt Bäume in Kenia

Mehr als 30 Millionen Bäume hat Wangari Maathai in den letzten 30 Jahren mit ihrer Umweltschutzorganisation "The Green Belt Movement" in Kenia gepflanzt. Doch, so sagt sie, es müssten noch viel mehr sein. Sie beschäftigt zahlreiche Frauen, die ihr beim Aufforsten helfen. Dabei kann sie den Friedensnobelpreis gut einsetzen. Acht US-Cent pro Sämling bekommen die Frauen als Entschädigung aus dem Nobelpreis-Topf. Zudem fließt Geld in das Projekt "Civic and environmental education". Das ist ein Erziehungsprogramm für Einheimische in Kenia in Sachen Umweltschutz.

Die Hälfte ist weg

Matthai setzt sich vor allem für dauerhafte Projekte ein: Da gibt es die Finanzierung von Bienenstöcken oder die Anschaffung von Ziegen oder Milchkühen, um vor allem Frauen in Kenia zu helfen, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Und dann setzt sich Maathai mit ihrer Organisation "The Green Belt Movement" immer wieder für das Aufforsten von Regenwäldern in Entwicklungsländern ein.

"Genau genommen brauchen wir Millarden Bäume auf diesem Planeten. Wenn wir über den Treibhauseffekt sprechen, fragen viele was wir dagegen machen. Wir versuchen die Menschen vor allem in den Entwicklungsländern zu mehr Umweltbewusstsein zu erziehen. Wir betreiben Aufforstungen von Regenwäldern und schaffen neue Vegetationen auf dem Land. Wir verhindern, dass mit Kohle geheizt wird und ermutigen die Leute zu Alternativen. Wir sagen ihnen zumindest, was sie tun sollen."

Mit viel Geduld und Einsatz

Wangari Maathai in Oslo (Foto: AP)

2004 bekam Maathai den Friedensnobelpreis für ihr Engagement

Wangari Matthai kennt die Fakten: 50 Prozent der Regenwälder sind in den letzten Jahrzehnten weltweit gerodet worden. Das Abholzen geht weiter. Jährlich verschwinden Wälder, die insgesamt zwei Mal so groß sind wie die Gesamtfläche Österreichs. Haiti, der Kongo und der Amazonas bereiten ihr nach wie vor Kopfzerbrechen. Dort stehe das Abholzen der Bäume und die Landwirtschaft im krassen Gegensatz zu dem, was die Regierungen, Firmen und die Einzelpersonen eigentlich tun sollten.

Wenn man Wangari Maathai zuhört, fragt man sich, wo sie die Geduld hernimmt, Mitmenschen immer wieder für ihre Sache zu begeistern. Ihr Leben ist nicht nur mit Erfolgen gepflastert. Sie musste bei ihren Umweltinitiativen Gewalttätigkeiten erleiden und wurde ins Gefängnis gesteckt, weil sie als minderwertige Frau, Radikale oder Kriminelle abgestempelt wurde. Sie hat viele Rückschläge durch Regierungen, Konzerne und Einheimische hinnehmen müssen. Was hat sie in den letzten 30 Jahren immer wieder angetrieben weiterzumachen? "Ich tue was ich kann, und das ist, was wir alle tun sollten."

Autorin: Dorothee Berendes

Redaktion: Stephanie Gebert

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