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Aktuell Afrika

Kenia fürchtet Wahl-Chaos

Kurz vor der Wahl in Kenia wächst die Furcht vor neuen Unruhen. Es wird mit einem knappen Ergebnis gerechnet - ähnlich wie beim letzten Urnengang 2007. Damals starben bei Krawallen mehr als tausend Menschen.

Anhänger von Raila Odinga bei dessen Abschlusskundgebung in Nairobi (Foto: AP)

Abschlusskundgebungen vor der Präsidentenwahl in Kenia

Vor jeweils Tausenden von Anhängern haben die beiden aussichtsreichsten Kandidaten für die anstehende Präsidentenwahl in Kenia ihren Wahlkampf abgeschlossen. Zwischen Ministerpräsident Raila Odinga und seinem Stellvertreter Uhuru Kenyatta ist nach letzten Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu erwarten. Insgesamt kandidieren acht Politiker um das Amt des Präsidenten.

Sollte keiner der Kandidaten im ersten Anlauf die absolute Mehrheit erhalten, gibt es Mitte April eine Stichwahl um das Präsidentenamt. Außer dem Präsidenten werden am Montag auch eine neue Nationalversammlung, der Senat sowie 47 Bezirksgouverneure und Kommunalvertreter gewählt.

Die Kandidaten für das Präsidentenamt, von links: Peter Kenneth, Martha Karua, James Ole Kiyiapi, Uhuru Kenyatta und Raila Odinga (Foto: AFP/Getty Images)

Die Kandidaten für das Präsidentenamt, unter ihnen Uhuru Kenyatta (3.v.r.) und Raila Odinga (2. v. rechts)

Furcht vor neuer Gewalt

Für Unruhe sorgte jetzt ein Zeitungsinterview von Odinga, der vor Wahlmanipulationen und möglichen Krawallen warnte. Sein Herausforderer Kenyatta verurteilte die Äußerungen als gefährlich und aufwieglerisch.

Auch internationale Beobachter warnten im Vorfeld der Wahl am Montag vor blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Ethnien des Vielvölkerstaats. Der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan sieht Kenia am "Abgrund der Selbstzerstörung". Befürchtet wird, dass sich die schweren Gewaltausbrüche nach den letzten Wahlen von 2007 wiederholen könnten. Damals starben bei Krawallen mehr als tausend Menschen, etwa 600.000 wurden vertrieben.

Kibaki ruft zu Ruhe und Ordnung auf

Der scheidende kenianische Präsident Mwai Kibaki rief die Bürger zu friedlichen Wahlen auf. "Frieden ist der wichtigste Stützpfeiler für unsere Entwicklung", sagte der 81-Jährige in einer Fernsehansprache. Es gebe bei jeder Wahl Gewinner und Verlierer. "Die Frauen und Männer, die zu Gewinnern erklärt werden, möchte ich dazu aufrufen, den Sieg mit Bescheidenheit hinzunehmen. Denen, die nicht gewinnen, möchte ich sagen: Euer Land braucht Euch trotzdem." Kibaki ist der dritte Präsident seit der Unabhängigkeit Kenias im Jahr 1963. Er kann nach zwei Amtszeiten nicht mehr zur Wahl antreten.

Nach dem Urnengang 2007 hatten sich sowohl Odinga als auch Kibaki zum Wahlsieger erklärt. Unter internationalem Druck einigten sie sich schließlich auf eine Machtteilung. Kibaki blieb Präsident, Odinga wurde Regierungschef mit erweiterten Befugnissen. Die Lage in Kenia blieb aber weiter angespannt. Auch im vergangenen Jahr wurden bei gewalttätigen Zusammenstößen und durch Polizeigewalt etwa 500 Menschen getötet.

Kenyatta ist ein Kikuyu, Odinga ein Luo

Wie Kibaki ist Vize-Regierungschef Kenyatta ein Kikuyu und damit Angehöriger der größten Volksgruppe des Landes, deren Elite seit Jahrzehnten die Spitzenpositionen in Politik und Wirtschaft des ostafrikanischen Landes besetzt.

Dagegen gehört Odinga zur Ethnie der Luo. Seine Wählerschaft rekrutiert sich überwiegend aus den benachteiligten Regionen im Westen des Landes, der Küste des Indischen Ozeans und dem kargen Nordosten.

kis/as (dpa, apd, afp)

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