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Sport

Kenia fürchtet Olympia-Aus

Am Dienstag ist das Ultimatum der Welt-Anti-Doping-Agentur an die afrikanische Läufernation abgelaufen. Kenia droht der Ausschluss von den Olympischen Spielen 2016, weil die Regierung Doping nicht entschlossen bekämpft.

Die Sportler Kenias bangen um die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro. "Kenia läuft Gefahr, nicht dabei zu sein", sagte Kipchoge Keino, Vorsitzender des kenianischen Olympischen Komitees (NOCK) und selbst zweimaliger Olympiasieger. Am Dienstag lief die Frist der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) ab, bis zu der die Verantwortlichen in Kenia nachweisen sollten, dass der Kampf gegen Doping in der Läufernation entschlossen angegangen wird. So fordert die WADA unter anderem ein Anti-Doping-Gesetz. Außerdem soll sichergestellt werden, dass ausreichend Geld für die nationale Anti-Doping-Agentur Kenias (ADAK) zur Verfügung steht. Beides ist bisher nicht passiert. Gleichwohl äußerte Kenias Leichtathletik-Verbandspräsident Jackson Tuwei, zufrieden mit den Fortschritten seines Landes im Anti-Doping-Kampf zu sein. Er erwarte keinen internationalen Ausschluss seiner Sportler. Die Internationale Anti-Doping-Agentur habe einen Bericht erhalten, "die Dokumente akzeptiert und ist mit den Fortschritten ebenfalls zufrieden", so der Funktionär. Ein Sprecher des kenianischen Sportministeriums sagte, die Regierung rechne mit einer neuerlichen Fristverlängerung.

Eine erste Frist der WADA hatte Kenia bereits Mitte Februar verstreichen lassen. Am vergangenen Mittwoch hatte das kenianische Parlament zwar über das geforderte Gesetz beraten, die Entscheidung aber vertagt. "Ich bin sehr enttäuscht über die Einstellung unserer Politiker. Sie erkennen die Tragweite nicht", kritisiert NOCK-Chef Keino.

Prokop: "Klare Kante zeigen"

Sollten die zuständigen Gremien der WADA feststellen, dass Kenia gegen den Code der Welt-Anti-Doping-Agentur verstößt, droht ein Ausschluss von den Olympischen Spielen. Der WADA-Vorstand könnte ihn bei seiner Sitzung am 12. Mai empfehlen. Die Entscheidung liegt dann beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), ist für ein hartes Vorgehen. "Es ist eine Frist für Kenia gesetzt worden, diese ist sogar verlängert worden. Deshalb ist es jetzt Zeit, klare Kante zu zeigen", sagte Prokop. "Offensichtlich sind bisher die Auflagen nicht erfüllt worden. Also kann es nur eine Konsequenz geben, nämlich eine Empfehlung der WADA an das Internationale Olympische Komitee, Kenia nicht bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro starten zu lassen." 2015 war in einer ARD-Dokumentation über systematisches Doping in Kenias Leichtathletik berichtet worden.

sn/ck (sid,dpa)

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