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Aktuell Amerika

Keine Waffenkäufe mehr über Facebook

Der Internetkonzern hat den Handel mit Waffen über seine Plattform verboten. Das Verbot gilt für Privatpersonen und umfasst auch die konzerneigene Foto-App Instagram. Für zugelassene Waffenhändler gelten Sonderregeln.

Lizensierte Unternehmen, die mit Waffen handeln dürfen weiter für ihre Angebote werben, die Transaktionen aber nicht über die Facebook-Dienste abwickeln. "In den letzten zwei Jahren haben immer mehr Menschen Facebook genutzt, um neue Produkte zu entdecken und untereinander Sachen zu verkaufen", erklärte die Abteilungsleiterin für Produktpolitik bei Facebook, Monika Blickert.

Schon seit langem wurde auf Facebook politischer Druck ausgeübt, um den Waffenhandel über das Internet einzudämmen. 2014 beschränkten Facebook und Instagram den Handel mit Waffen auf die über 18-Jährigen.

Nach Firmenangaben gibt es einen verstärkten Trend, das Netzwerk zur Produktpräsentation und zu Verkäufen zu nutzen. Den Handel von Marihuana, Arzneimitteln und illegalen Rauschmitteln hat Facebook bereits vor knapp zwei Jahren untersagt. In den USA gibt es nach einer Reihe von Amokläufen heftige Debatten über den Zugang zu Waffen.

USA Waffengesetz Waffenbesitz

Waffen können künftig nicht mehr über die Handelsplattformen von Facebook verkauft werden. Lediglich die Bewerbung der Produkte durch offizielle Händler ist noch erlaubt. Profitieren werden die Händler in den Shops

Druck aus dem Weißen Haus

Präsident Barack Obama hat Internetfirmen dazu aufgerufen, gegen den Waffenhandel auf ihren Plattformen vorzugehen. Es gibt Bedenken, dass dort verstärkt Kontrollen umgangen werden. Anfang Januar enthüllte Obama seinen jüngsten Plan für ein strengeres Waffenrecht. Kern des Vorhabens ist eine bessere Überprüfung von Schusswaffenkäufern.

Der Präsident will mit seinen Äußerungen sicherstellen, dass "jeder, der im Geschäft des Waffenverkaufs tätig ist, eine Lizenz besitzt und Hintergrund-Checks bei seinen Kunden durchführt". Die Neuregelung bei Facebook geht in die Richtung der von Obama vorgeschlagenen Maßnahmen.

Zustimmung bei Waffenkritikern

Mehrere Vereinigungen, die für eine Beschränkung des Waffenhandels kämpfen, begrüßten die Entscheidung von Facebook. Es sei ein wichtiger Schritt getan, sagte der Vorsitzende der Brady-Kampagne zur Verhinderung von Waffengewalt, Dan Gross. Schon seit 2014 habe seine Kampagne sich für das Verbot eingesetzt. Die Entscheidung von Facebook könne dazu beitragen, dass keine Waffen in die Hände von "gefährlichen Leuten" gelangten.

Die waffenkritische Organisation Moms Demand Action for Gun Sense in America erklärte, die Anstrengungen der vergangenen Jahre trügen dazu bei, Waffen aus dem Umfeld von Kindern fernzuhalten und die Rechtsgrundlagen für den Handel mit Waffen im Internet klarzustellen. Die Vereinigung Everytown for Gun Safety teilte mit, sie habe durch eine Untersuchung mit verdeckten Ermittlern festgestellt, dass gerade Kriminelle sich Waffen über das Internet beschafften.

cgn/sti (rtr, afp)

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