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Aktuell Welt

Keine Spur von Enthüller Snowden

Wo ist Edward Snowden? Seine Spur verliert sich auf dem Moskauer Flughafen. Das Rätselraten um den von den USA wegen Spionage gesuchten ehemaligen Geheimdienstspezialisten geht weiter.

Offenbar war Snowden nicht, wie zuvor gemutmaßt, im Flugzeug nach Kuba. Journalisten an Bord berichten, der heimatlose US-Amerikaner habe die Maschine nicht betreten. Platz 17A sei leer geblieben, meldete Max Seddon von der Nachrichtenagentur AP über Twitter. Mitarbeiter der Fluglinie Aeroflot am Moskauer Flughafen Scheremetjewo sagten der "Guardian"-Reporterin Miriam Elder, Snowden sei nicht an Bord.

Längst über alle Berge?

Nun meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Sicherheitskreise, der 30-Jährige habe Russland offenbar schon mit einem anderen Flugzeug verlassen . Bestätigt ist das aber nicht.

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Sitz 17A blieb leer

Oder ist Snowden doch an Bord der Aeroflot-Maschine nach Havanna? Es gibt Spekulationen, dass Snowden sich an Bord im Ruheraum der Crew versteckt hält.

Möglich ist auch, dass sich der von den USA wegen Geheimnisverrats gesuchte Snowden weiterhin im Transitbereich des größten Moskauer Flughafens aufhält. Dort hat er nach übereinstimmenden Berichten auch die Nacht zum Montag verbracht. Den Flughafen durfte er demnach nicht verlassen, weil er kein russisches Visum hat.

Ecuador denkt über Snowdens Asylantrag nach

Der "Whistleblower" war zuvor von Hongkong nach Moskau geflogen. Sicher scheint derzeit nur zu sein, dass er nach Ecuador will. Dort hat er um politisches Asyl gebeten. Im Transitbereich des Flughafens Scheremetjewo soll Snowden deshalb den Botschafter von Ecuador getroffen haben. Aber auch hierfür gibt es keine Bestätigung. Die Regierung in Quito hat nch Angaben von Außenminister Ricardo Patiño noch nicht über den Asylantrag entschieden. Seine Regierung lasse sich bei ihrer Entscheidung von den Prinzipien der Verfassung Ecuadors und den international anerkannten Menschenrechten leiten, sagte Patiño während einer Asien-Reise auf einer Pressekonferenz in Hanoi.

Snowden wird in den USA gesucht, weil er Informationen über mehrere Abhöraktionen der US-Geheimdienste im Internet an Medien weitergegeben hat. Die Enthüllungen entpuppen sich mehr und mehr als Problem für US-Präsident Barack Obama, der sich international für die Abhöraktionen rechtfertigen muss. Die USA wollen den früheren Mitarbeiter einer für den Geheimdienst NSA tätigen IT-Firma wegen Geheimnisverrats vor Gericht stellen. Von Hongkong aus hatte Snowden erstmals vor zwei Wochen massive Spionagepraktiken der USA im Internet enthüllt und damit weltweit Empörung über die Geheimdienstpraktiken ausgelöst.

Russland sah ebenfalls wie zuvor Hongkong keinen Grund, Snowden festzunehmen und an die USA auszuliefern. "Die Amerikaner können nichts fordern. Wir können ihn übergeben - oder wir können ihn nicht übergeben", sagte der Menschenrechtsbeauftragte der russischen Regierung, Wladimir Lukin, der Agentur Interfax. Zudem dürfe Snowden nicht festgenommen werden, weil er bei Interpol nicht zur Fahndung ausgeschrieben sei. Snowden hatte am Sonntag Hongkong verlassen, sehr zum Ärger der USA. Einen Antrag der Vereinigten Staaten auf Auslieferung des US-Bürgers hatten die chinesischen Behörden wegen angeblicher Formfehler zurückgewiesen.

qu/rb (afp, dpa)

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