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Aktuell Afrika

Keine Mordanklagen gegen Minenarbeiter von Marikana

Im Konflikt um den tödlichen Polizeieinsatz gegen streikende Bergleute rudert die südafrikanische Justiz zurück. Die Mordanklagen wurden fallengelassen.

Ein Richter eines Gerichts in Pretoria bestätigte, dass die Mordanklagen gegen die streikenden Arbeiter zurückgezogen und die 270 inhaftierten Bergleute nach und nach freigelassen würden. Die Staatsanwaltschaft hatte die Minenarbeiter beschuldigt, für den Tod von 34 Kollegen während eines wilden Streiks in der Platin-Mine Marikana westlich von Pretoria verantwortlich zu sein.

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Südafrika: Minenarbeiter sollen frei kommen

Tatsächlich jedoch waren die Bergleute bei den Ausschreitungen am 16. August von der Polizei getötet worden. Die Polizisten hatten angegeben, in Notwehr gehandelt zu haben. Daraus leitete die Anklagebehörde den Vorwurf ab, die demonstrierenden Kumpel seien für die Eskalation der Gewalt und damit für die Tötungen verantwortlich. Diese juristischen Spitzfindigkeiten hatten in Südafrika eine Welle der Empörung ausgelöst.

Allerdings bleiben nach den Worten von Staatsanwalt Nigel Carpenter einige Anklagepunkte wie öffentliche Gewalt und illegaler Besitz von Feuerwaffen bestehen. Die Schüsse auf die Streikenden gelten als die schlimmste Form von Polizeigewalt in Südafrika seit dem Ende des Apartheid-Regimes 1994. Die Arbeiter hatten eine deutliche Lohnerhöhung verlangt.

Zahlreiche weitere Streiks

Ungeachtet der Entwicklung in der Marikana-Mine bleibt die Lage in Südafrikas Bergbau angespannt. Insgesamt mehr als 12.000 Arbeiter streiken für höhere Löhne. Dabei kam es in einer Goldmine in Springs östlich von Johannesburg zu neuer Gewalt. Sicherheitskräfte hätten fünf Arbeiter durch Schüsse lebensgefährlich verletzt, meldete die Nachrichtenagentur sapa. Nach Angaben eines Polizeisprechers hatten rund 200 nach einem wilden Streik entlassene Arbeiter ehemalige Kollegen mit Stöcken und Eisenstangen angegriffen.

Bergbauministerin Susan Shabangu äußerte sich besorgt über die zunehmenden wilden Streiks der Minenarbeiter. "Vor allem die Bereitschaft zur Gewalt macht uns Sorge", sagte Shabangu dem Evangelischen Pressedienst, epd.

wl/se (dpa, epd, afp)

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