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Aktuell Europa

Keine Hoffnung mehr auf Rettung von 26 Kumpel in russischem Bergwerk

Nach einer zweiten schweren Explosion in der Kohlegrube Sewernaja innerhalb von drei Tagen gehen die Behörden vom Tod aller vermissten Bergleute aus. Damit starben dort insgesamt 36 Menschen.

Erschöpfte Rettungskräfte im Kohlebergwerk Sewernaja in der russsischen Arktis (Foto: picture-alliance/dpa/V. Yurlov)

Erschöpfte Rettungskräfte in dem Kohlebergwerk nahe Workuta in der russsischen Arktis

Bei der Grubengas-Explosion am Morgen kamen fünf Rettungskräfte und ein Arbeiter ums Leben, wie die Agentur Interfax meldete. Die Rettungsarbeiten in dem Bergwerk nahe Workuta, etwa 2000 Kilometer nordöstlich von Moskau gelegen, wurden abgebrochen.

"Die Bedingungen in dem betroffenen Teil der Grube lassen kein Überleben zu", erklärte der russische Katastrophenschutz-Minister Wladimir Putschkow. Nähere Informationen werde es im Laufe des Tages geben. Die Betreiberfirma Vorkutaugol, die zum Stahlkonzern Severstal des Milliardärs Alexej Mordaschow gehört, hatte ebenso wie die Behörden zunächst gezögert, die vermissten Kumpel für tot zu erklären - obwohl es nach dem Unglück keinen Kontakt zu ihnen gab.

Das schwerste Grubenunglück in Russland seit Jahren

Durch die erste Explosion und einen Teileinsturz der Grube am Donnerstag waren vier Bergleute getötet und mehrere verletzt worden. Danach mühten sich Hunderte Rettungskräfte, den Brand unter Tage zu löschen und die Vermissten zu finden. Mittlerweile ist vom schwersten Grubenunglück in Russland seit Jahren auszugehen. Zum Zeitpunkt der Explosion hatten sich 110 Menschen in 748 Meter Tiefe unter Tage befunden, 80 überlebten das Unglück.

In russischen Bergwerken gibt es immer wieder tödliche Unglücke. Oft sind veraltete Anlagen oder Verstöße gegen Sicherheitsauflagen die Ursache. Im Februar 2013 waren bei einer Explosion in einer anderen Mine in Workuta 18 Menschen ums Leben gekommen. Die Region ist für ihre extremen klimatischen Bedingungen bekannt. Während der Herrschaft des früheren sowjetischen Diktators Josef Stalin wurden dort zehntausende Zwangsarbeiter in Minen beschäftigt. Nach der Schließung der Arbeitslager in den 50er Jahren wurde der Bergbau weiter betrieben.

sti/cw (afp, dpa)