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Keine heiße Luft

Sie umgibt uns ständig, ist aber nicht zu sehen und zu greifen. Dennoch bauen manche Menschen sogar Schlösser aus ihr. Und auch wenn sie ohne jedes Gewicht ist, hat sie dennoch in der Sprache Spuren hinterlassen.

Audio anhören 05:43

Keine heiße Luft – die Folge als MP3

Für den Menschen ist es der wichtigste chemische Grundstoff: Oxygenium, Sauerstoff, O2. Ohne Luft geht gar nichts. In der Regel reicht Luft allein aber auch nicht aus zum Leben. Denn für Essen, Trinken, Wohnen braucht man Geld, ein Einkommen, am besten ein regelmäßiges, erst Recht, wenn man Kinder hat oder sich eins ankündigt.

Luft und Liebe

Symbolbild: Eine Wolke in Form eines Schlosses

Luftschlösser zu bauen ist so schön …

Junge Paare müssen sich deshalb von ihren Eltern oft den mahnenden Satz anhören: Von Luft und Liebe kann man nicht leben. Na ja, beides zu haben, ist aber schon mal eine gute Voraussetzung. Zugegeben, andauernd nur Luftschlösser zu bauen und lauter unrealistische Pläne zu entwerfen, die sich niemals verwirklichen lassen, bekommt keinem Menschen und keiner Beziehung gut.

Wenn einem finanziell die Luft ausgeht, leiden darunter nicht nur die Pläne, sondern oft auch die Liebe. Das ist keineswegs aus der Luft gegriffen, also einfach so behauptet. Nein, die Scheidungsstatistik zeigt es ganz nüchtern. Bei den Punkten, die Menschen auseinander bringen, rangieren finanzielle Gründe ganz oben. Auch wenn die Partner sich vorher im Hochgefühl der Liebe gesagt haben, dass sie den anderen brauchen, wie die Luft zum Atmen.

„Luftige“ Gefühle

Symbolbild: Ein Mann im Anzug macht einenLuftsprung

Vor Freude könnte man in die Luft springen

Und bestimmt hat jeder auch das schon mal erlebt. So eine Vorahnung, ein Bauchgefühl. Schon morgens beim Aufstehen denkt man sich: „Heute passiert etwas.“ Im Büro hat man den Eindruck, dass alle einen anschauen. Und dann kommt, was man schon lange vermutet hat. Der Chef bittet zum Gespräch und erklärt: „Sie bekommen mehr Geld.“ Die Entscheidung hatte ja schon lange in der Luft gelegen. Jetzt hatte der Chef sie ausgesprochen. Vor Freude könnte man in die Luft springen.

Das Ganze könnte natürlich auch anders laufen. Der Chef sagt „Nein“ zur Gehaltserhöhung und der Traum von der Eigentumswohnung in guter Lage löst sich in Luft auf. Zu teuer bei dem jetzigen Gehalt. Da wird die Bank den Kredit nicht bewilligen. Am liebsten würde man in die Luft gehen, vor Wut explodieren und dem Chef die Meinung sagen. Aber das würde die Lage jetzt auch nicht verbessern, wenn man lautstark seinem Ärger Luft macht. Es würde nur das eigene Ansehen in der Firma verschlechtern. Und den Gedanken, den ganzen Betrieb am liebsten – mit Sprengstoff – in die Luft zu jagen, schiebt man auch besser beiseite. Stattdessen eher rausgehen, frische Luft schnappen und sich beruhigen.

Die Luft wird schnell dünn

Ein Bergsteiger klettert an einem Fels hoch

Die Luft wird nach oben hin immer dünner

Auf die erhoffte Gehaltserhöhung verzichten zu müssen, ist sicher schmerzhaft. Schlimmer aber ist es, ganz ohne Arbeit dazustehen, wenn man die Kündigung erhält und einfach an die Luft gesetzt wird. Dass es viele andere auch trifft, Arbeitslosigkeit ein Massenphänomen ist, kann einen dann kaum trösten. Vielen Menschen bleibt in solchen Momenten einfach die Luft weg. Sie sind schockiert und sprachlos.

Glücklich schätzen können sich die, die auf Ersparnisse zurückgreifen können, wenn es sie hart erwischt. Das finanzielle Polster verschafft einem etwas Luft, also den Spielraum, um sich in Ruhe einen neuen Job zu suchen, ohne gleich sein Leben stark einschränken zu müssen. Wer allerdings ohne Absicherung dasteht, für den wird die Luft schnell dünn, er muss Arbeiten annehmen, die ihm nicht liegen, sein Auto verkaufen, in eine preiswertere Wohnung umziehen, sein bisheriges Leben komplett ändern.

„Luftige“ Zustände

Drei schlappe Luftballons ohne Luft

Die Luft ist raus …

So schlimm muss es natürlich nicht kommen. Und manches, das am Anfang ganz katastrophal aussah, stellt sich später auch als netter Wink des Schicksals heraus. Mal ehrlich, war bei dem Unternehmen, das einen entlassen hat, nicht schon lange die Luft raus, Stillstand, nichts mehr vorhanden, womit man sich identifizieren konnte? Keine neuen Ideen, schlechtes Betriebsklima, keine Aufstiegschancen?

Und dann diese unfreundliche Sekretärin. Die einen immer wie Luft behandelt hat, wenn man Fragen hatte. So, als ob man gar nicht da wäre. Oder wenn man in einer Sitzung einen Vorschlag zur Produktionssteigerung gemacht hat, gab‘s dicke Luft, schlechte Stimmung und bissige Kommentare von anderen, die meinten, man wolle sich beim Chef beliebt machen. Der hatte aber nichts Besseres zu tun, als die Vorschläge mit bitteren Worten zu kritisieren und sie einfach in der Luft zu zerreißen.

Luftveränderung tut gut

Nicht zu vergessen die immer gleichen Ankündigungen der Unternehmensleitung, alles werde besser, mehr neue Technik, bessere Ausstattung, bequemeres Arbeiten, höhere Gehälter. Nichts als heiße Luft, große Worte, leere Versprechungen. Nein, eigentlich gab es für einen da schon lange keine Luft mehr zum Atmen. Im übertragenen Sinn versteht sich.





Arbeitsauftrag
Die beschriebenen Redewendungen lassen sich auf sehr verschiedene Lebensbereiche anwenden – beispielsweise den Beruf, das Privatleben, den Urlaub, den Sport. Wählt einen Bereich aus und schreibt eine passende Geschichte, in der ihr die Redewendungen im richtigen Zusammenhang verwendet.

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