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Kultur

Keine großen Stars singen bei der Inauguration von US-Präsident Donald Trump - anders als früher

Die Amtseinführung von US-Präsidenten ist pompöser als der nüchterne Amtseid in Deutschland: Auch Paraden und Bälle sind Teil des "Inauguration Day". Oft waren Stars dabei - dieses Mal nur Sternchen.

Das Volk, nicht die Stars wolle er bei seiner Amtseinführung dabei haben, sagte Donald Trump, der gewählte Präsident der USA, bereits im Dezember:

Böse Zungen behaupten, dass dies eine Reaktion auf die Absagen vieler Prominenter gewesen sei. Denn weder Céline Dion, noch Kiss, die Dixie Chicks oder die Beach Boys wollten am Tag der Vereidigung auftreten. Noch während des Wahlkampfs protestierten Künstler wie die Rolling Stones, Neil Young und Adele dagegen, dass der Rechtspopulist Trump ihre Lieder bei seinen Auftritten spielte.  

Sogar der italienische Tenor Andrea Bocelli wollte Trump am "Inauguration Day" nicht die Treue halten. Und mit ihm soll Trump sogar eine langjährige Freundschaft pflegen, so Trumps Chef-Planer der Feierlichkeiten, Tom Barrack. Besonders peinlich waren die Absagen von Elton John (ein Trump-Mitarbeiter verbreitete in der BBC-Talkshow "HARDtalk", dass der britische Popstar auftreten würde, per E-Mail folgte dann ein harsches Dementi) und die Absage von Broadway-Künstlerin Jennifer Holliday. Die 56-Jährige ruderte zurück, weil sie mit ihrem Auftritt ihren homosexuellen Fans nicht das Herz brechen wolle.

Die Verzweiflung von Trumps Team ging wohl so weit, dass es sogar Sänger anfragte, die sich in der Öffentlichkeit bereits von dem neuen Präsidenten distanziert hatten.

Auch DJ Moby wunderte sich über das Angebot, bei der Amtseinführung Trumps aufzulegen. Er hatte im Wahlkampf Hillary Clinton unterstützt und Trump nach der Wahl einen "Rassisten und Frauenhasser" genannt und ihn als den "schlimmsten Präsidenten", den die USA je gesehen habe, bezeichnet. Moby konterte auf die Einladung, er würde sich eine Teilnahme an der Feier - vielleicht überlegen - wenn Trump im Gegenzug seine Steuererklärung veröffentliche. Schauspieler Alec Baldwin bot an, bei Trumps Amtseinführung "Highway to Hell" von AC/DC zu singen, doch wie die offizielle Auflistung der bei der Amtseinführung auftretenden Künstler zeigt, hat Trump darauf lieber verzichtet.

"Zarte Sinnlichkeit" statt Prominenz

Stattdessen versprach sein Chef-Planer einen Tag voller "zarter Sinnlichkeit" sowie einen "poetischen Tonfall". Für diesen wird der Mormon Tabernacle Choir sorgen, der vor dem Kapitol "America, the Beautiful" zum besten geben wird. Schon als Lyndon B. Johnson 1965, Richard M. Nixon 1969 und George H. W. Bush 1989 ihre Amtseide ablegten, hat der Chor, der bekannt für seine religiösen und patriotischen Darbietungen ist, dies nach eigenen Angaben musikalisch begleitet.

Wenn Donald J. Trump seinen Amtseid vor dem Kapitol abgelegt hat, wird Jackie Evancho die Nationalhymne singen. Die 16-Jährige wurde durch die Castingshow "America's Got Talent" bekannt, bei der sie den zweiten Platz belegte. "Zarte Sinnlichkeit" und viel Volksnähe verspricht sich Trumps Team bereits am Vortag der Vereidigung durch die Auftritte der US-amerikanischen Countrysänger Toby Keith und Lee Greenwood und der Rockband 3 Doors Down bei der "Make America Great Again! Welcome Celebration".

New York City Tanztruppe Radio City Rockettes (picture-alliance/Globe-Zuma)

Werden auch bei der Parade zum Weißen Haus tanzen: The Radio City Rockettes

Nach den Feierlichkeiten vor dem Kapitol, dem Sitz des amerikanischen Kongresses, folgt eine Parade, die von dort über die Pennsylvania Avenue bis zum Weißen Haus führt. Die Tanzgruppe The Radio City Rockettes wird diese begleiten. Waren die Paraden bei der Amtseinführung früher hauptsächlich militärischer Natur, ist es mittlerweile üblich, dass Musik- und Tanzgruppen mitlaufen.

Am Abend des 20. Januar werden Trump und sein Vizepräsident Mike Pence dann auf verschiedenen Bällen tanzen - eine Tradition, die bei der Amtseinführung von James Madison im Jahr 1809 ins Leben gerufen wurde. Bei den Bällen, so Trumps Presseteam, werden unter anderem der Soulstar Sam Moore, Countrymusiker Tim Rushlow mit seiner Big Band, die US-amerikanische Band The Piano Guys und die junge Lexi Mae Walker für den neuen Präsidenten und seine Gäste spielen. Zum Vergleich: Bei Obamas "The Neighborhood Inaugural Ball" 2009 hauchte Beyoncé Knowles "At Last" von Etta James für das tanzende Präsidentenpaar ins Mikrofon.

Mehr Promis bei Obamas Abschied als bei Trumps Amtseinführung

Bitter für Trump: Allein die Liste der Prominenten bei Barack Obamas Abschiedsparty Anfang Januar im Weißen Haus war länger als die bei Trumps Amtseinführung. Und sie bot die ganz großen Namen auf: Unter anderem wurden John Legend, Usher, Kelly Rowland, Meryl Streep, Paul McCartney, Tom Hanks, George und Amal Clooney, Stevie Wonder, Robert De Niro, George Lucas, Lena Dunham, Gwyneth Paltrow und Bruce Springsteen gesehen.

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