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Politik

Keine Gewinner

Palästinenserführer Jassir Arafat ist jetzt endlich da, wo Ariel Scharon ihn schon immer hin haben wollte - am Ende. Scharon sollte sich nicht zu früh darüber freuen. Ein Kommentar von Carsten Kühntopp.

Was Scharon damals, Anfang der achtziger Jahre, im Libanon nicht schaffte, ging nun plötzlich sehr schnell. Man provozierte eine Reihe fürchterlicher Terroranschläge, machte es Arafat unmöglich, wirksam gegen die Terroristen vorzugehen und erklärte ihn schließlich für nicht mehr relevant.

Schon immer hielt Scharon Arafat für einen "Lügner" und "Mörder". Und er lehnte nicht nur den Friedensvertrag mit Ägypten und Jordanien, sondern auch den mit den Palästinensern ab. Seine Wahl zum Regierungschef im Frühjahr gab ihm dann die Möglichkeit, eine Politik zu betreiben, die nun zum erwünschten Resultat zu führen scheint: Arafat sitzt isoliert in Ramallah und irgendwann wird die Geschichte über ihn hinweg gegangen sein.

Es war wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Mit der Parole "Keine Verhandlungen unter Feuer" verhinderte Scharon jedes glimpfliche Ende der Intifada, drückte die Moderaten auf beiden Seiten in die Bedeutungslosigkeit und trieb den palästinensischen Extremisten immer mehr Anhänger in die Arme.

Sicherlich ist es nicht an Israel zu entscheiden, wer das palästinensische Volk anführt. Aber die Sache hat nun eine gewisse Eigendynamik bekommen. In der Umgebung des Palästinenserführer gibt man die Parole aus: Durchhalten, irgendwann wird sich der Wind wieder drehen. Doch die Israelis sind mehrheitlich zu der Ansicht gelangt, dass mit Arafat kein Staat zu machen ist - auch kein Palästinenserstaat - und Frieden ebenfalls nicht. Es ist deswegen kaum vorstellbar, dass Scharon jemals seine Meinung über Arafat ändern wird.