Keine EU-Behörden für Frankfurt und Bonn | Aktuell Europa | DW | 20.11.2017
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EU-Behördensitze

Keine EU-Behörden für Frankfurt und Bonn

Wegen des Brexits raus aus London - aber nicht nach Deutschland: Die EU-Europaminister haben entschieden, die Arzneimittelbehörde in Amsterdam anzusiedeln. Die Bankenaufsicht geht nach Paris.

Die wohlbekannte Skyline von Frankfurt am Main (Foto: Imago)

Die wohlbekannte Skyline von Frankfurt am Main in der Abenddämmerung

Die europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA und die Arzneimittelagentur EMA sind seit Jahren in London angesiedelt. Wegen des geplanten Brexits suchen sie seit Monaten zwei neue Standorte in verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten. Für beide Institutionen waren auch deutsche Städte im Rennen: für die EBA Frankfurt am Main, für die EMA Bonn.

Doch beide Städte sind leer ausgegangen. Bei der Vergabe des Standorts der EBA schied Frankfurt am Main in der ersten Runde aus. In einer Stichwahl setzte sich Paris gegen Dublin durch, wie die EU-Ratspräsidentschaft mitteilte. Die Bankenaufsicht kümmert sich mit Hilfe von 900 Angestellten um eine stabile Finanzwelt und einen geregelten Bankensektor.

Bonn ist bei der Neuvergabe des Sitzes der Arzneimittelbehörde in der ersten Wahlrunde ausgeschieden. In der zweite Runde bei der Abstimmung der EU-Europaminister schied auch Kopenhagen aus, in der dritten zog dann Amsterdam an Mailand vorbei, wie Diplomaten in Brüssel mitteilten. Die 200 Mitarbeiter der Behörde sind dafür zuständig, in Europa zugelassene Arzneimittel zu bewerten und ihre Gesundheitsrisiken zu überwachen.

Zusätzliche Einnahmen locken

Paris und Amsterdam können nun auf hohe Zusatzeinnahmen hoffen - nicht nur durch die Ankunft hunderter hochqualifizierter Mitarbeiter, sondern auch durch die Konferenzen und Veranstaltungen mit vielen internationalen Experten, die die beiden Einrichtungen jedes Jahr organisieren. In London sorgte das zuletzt pro Jahr für rund 39.000 zusätzliche Hotelübernachtungen. 

sti/tcw/cr (dpa,afp)