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Aktuell Europa

Keine Entwarnung nach Anti-Terror-Einsatz

Top-Terrorist Abdeslam und vier weitere Verdächtige gefasst, ein Großeinsatz der belgischen Polizei beendet: Doch Brüssel bleibt in Alarmbereitschaft. Die Bedrohung sei weiter groß, sagte Frankreichs Staatschef Hollande.

Ein Verdächtiger der Paris-Attentate wird bei Polzeieinsatz im Brüsseler Stadtteil Molenbeek festgenommen (Foto: picture-alliance/AP Photo/Uncredited)

Fünf Terror-Verdächtige wurden in Brüssel festgenommen - darunter der mutmaßliche Paris-Attentäter Abdeslam

Trotz der Festnahme eines der mutmaßlichen Drahtziehers der Paris-Anschläge gibt Frankreichs Präsident François Hollande keine Entwarnung. "Überall, in Belgien wie in Frankreich, ist die Bedrohung sehr groß", sagte er am Freitagabend bei einer Pressekonferenz mit dem belgischen Premierminister Charles Michel in Brüssel, wo Hollande sich wegen des EU-Gipfels bereits aufhielt. Insgesamt sei die Zahl der Komplizen und Helfer deutlich höher als zunächst gedacht. "Wir sind mit extrem großen Netzwerken konfrontiert", so der französische Staatschef. Die Ermittlungen müssten nun fortgesetzt werden. Alle Beteiligten müssten identifiziert werden.

Francois Hollande und Charles Michel bei einer Pressekonferenz in Brüssel (Foto: picture-alliance/dpa/O. Hoslet)

Belgiens Premier Michel und Frankreichs Staatschef Hollande verkünden: Wir haben ihn - aber die Bedrohung bleibt

Abdeslam sei "in irgendeiner Form" an den Anschlägen im November beteiligt gewesen, ist sich Hollande sicher. Der 26-jähriger Franzose marokkanischer Abstammung soll eine Schlüsselrolle bei der Ausführung der Pariser Attentate gespielt haben. So soll er Mietautos und Zimmer für die Kommandos organisiert und mehrere Attentäter zum Anschlagsort gefahren haben. Danach gelang ihm offenbar mithilfe von Komplizen die Flucht nach Belgien. Bei den Attentaten auf den Musikclub Bataclan, Bars und Restaurants sowie das Stade de France am 13. November letzten Jahres starben 130 Menschen.

Anti-Terror-Einsatz beendet - fünf Festnahmen

Die Bewohner von Molenbeek können derweil aufatmen: Der mehrere Tage währende Anti-Terror-Einsatz in dem Brüsseler Stadtviertel ist inzwischen beendet. Die Polizei hat die Straßensperren am Freitagabend wieder aufgehoben. Lediglich das Gebäude, in dem sich der festgenommene Terrorverdächtige Salah Abdeslam aufgehalten hatte, bleibt weiter abgesperrt.

Neben Abdeslam wurden bei der Razzia nach Angaben der Staatsanwaltschaft vier weitere Personen festgenommen. Darunter auch eine Familie, bei der Abdeslam Unterschlupf fand, so ein Sprecher.

Die Polizei sichert Straßen wegen Razzia im Brüsseler Stadtteil Molenbeek (Foto: picture-alliance/AP Photo/G. V. Wijngaert)

Die Straßensperren im Brüsseler Stadtteil Molenbeek sind nach tagelangem Anti-Terror-Einsatz wieder aufgehoben

Salah Abdeslam war einer der meistgesuchten Männer Europas. Monatelang war die Polizei ihm auf den Fersen, kriegte ihn jedoch nicht zu fassen. Fingerabdrücke auf einem Glas hatten am Dienstag bei einer Hausdurchsuchung im Brüsseler Vorort Forest den entscheidenden Hinweis gegeben. Bei dem Polizeieinsatz im Zusammenhang mit den Pariser Attentaten sind ein Mann getötet und vier Beamte verletzt worden.

Abdeslam rasch nach Frankreich ausliefern

Frankreich erwartet nun eine rasche Auslieferung von Abdeslam. Für Samstag kündigte Staatschef Hollande eine Sitzung des französischen Verteidigungsrats an, um über den aktuellen Stand der Ermittlungen zu den Anschlägen zu beraten. Die Behörden erhoffen sich neue Erkenntnisse zur Organisation der Anschläge und zu möglichen Hintermännern.

vk/ml (afp, dpa, rtr)

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