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Wirtschaft

Keine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt

Die einen sprechen von einer Rezession, andere von der sich nähernden Rezession, Dritte von einer Konjunkturschwäche. Der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit wählt das Wort von der "konjunkturellen Delle"

Fast 3,8 Millionen Menschen waren im November ohne Arbeit. Das sind über 140.000 mehr als im vergangenen Jahr. Von Oktober auf November hat die Arbeitslosigkeit überdurchschnittlich zugenommen, auch ohne alle jahreszeitlichen Einflüsse. Dass die Wirtschaft in der Krise stecke, sehe man auch an der deutlich steigenden Kurzarbeit. Die Zahl der Kurzarbeiter liegt jetzt bei 170.000.

Delle vor allem im Westen

Die Krise betrifft vor allem den Arbeitsmarkt in den alten Bundesländern. Bernhard Jagoda: "Aber auch bei der Kurzarbeit sieht man sehr deutlich, dass es sich sehr auf die alten Bundesländer konzentriert. Das hat auch etwas damit zu tun, dass die Konjunkturschwäche vom Export her kommt und deswegen der Industrieansatz in den alten Bundesländern unheimlich höher ist. Und so wie der Zuwachs im Jahr 2000 so erfreulich war, so spüren wir jetzt in den alten Bundesländern auch die andere Entwicklung."

Trotzdem sind die neuen Bundesländer mit einer Quote von fast 17 Prozent insgesamt deutlich schlechter dran als die alten Bundesländer mit 7,4 Prozent Arbeitslosen. Bemerkbar machten sich im November die Folgen des 11. September. Die schlechte Stimmung in den Unternehmen und in den privaten Haushalten zeige erste Wirkungen, so Jagoda: "Ich kann Ihnen heute sagen, dass wir das natürlich nicht exakt messen können. Aber wenn man einmal die direkt Betroffenen Sektoren nimmt am deutschen Arbeitsmarkt, zum Beispiel Reisebüro und Reiseveranstalter, wenn ich es messe an der allgemeinen Entwicklung und im Vorjahresvergleich, kann ich Ihnen sagen, dass wir im Monat November 15 Prozent mehr Arbeitslosmeldungen im Reisebüro- und Reisesveranstalter-Bereich hatten als im Jahr zuvor und der Stellenzugang um 26 Prozent niedriger war. Das sind auffällige Werte, die von der allgemeinen Entwicklung weggehen."

Schlägt die Luftfahrt-Krise durch?

Auch die Krise in der Luftfahrt-Branche gibt Anlass zur Sorge. Auch hier steigt die Zahl der Kurzarbeiter. Die Arbeitslosigkeit wächst überdurchschnittlich und das Angebot an freien Stellen sinkt deutlich. Die Auswirkungen auf den gesamten Arbeitsmarkt lassen sich schwer messen. Ist es die schlechte Konjunktur oder waren es die Terroranschläge? Die Arbeitslosigkeit begann jedenfalls schon vor dem 11. September zu steigen: "Das ist alles kein erfreuliches Bild. Wir haben nicht das Recht die 'Flinte ins Korn zu schmeißen'. Arbeitsbeschaffungen, Arbeitstätigkeit in einem Standort hat nicht nur etwas mit Konjunktur zu tun. 1993 hatten wir ein ganz schwieriges Jahr, da haben wir unsere Tore auch nicht geschlossen. Wir sind voll des Mutes. Wir versuchen ab dem 2. Januar das Job-Aktiv-Gesetz umzusetzen. Wir haben nicht nur Tätigkeiten zu machen, wenn die Sonne scheint, sondern auch, wenn es schwieriger wird."

Im Winter: über 4 Millionen

Trotz aller Maßnahmen durch das Job-Aktiv-Gesetz, mit dem Arbeitslose schneller wieder in den Arbeitsmarkt vermitteln werden können, wird die Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten steigen. In den Wintermonaten rechnet der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, mit über vier Millionen Arbeitslosen.

  • Datum 05.12.2001
  • Autorin/Autor Ina Kraus
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1SLU
  • Datum 05.12.2001
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