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Politik

Keine Entschärfung im Atomstreit

Der Iran ist im Atomstreit weiterhin nicht kompromissbereit. Auch der jüngste Vorschlag der internationalen Gemeinschaft, iranisches Uran im Ausland aufbereiten zu lassen, wurde in Teheran abgelehnt.

IAEA-Direktor Mohammed el Baradei (Foto: dpa)

Ein Erfolg im Atomstreit mit dem Iran ist ihm auch zum Ende seiner Amtszeit nicht vergönnt: IAEA-Chef Mohammed el Baradei

Irans Außenminister Manuchehr Mottaki sagte, sein Land werde den von der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA erarbeiteten Atomdeal nicht akzeptieren und kein Uran zur Anreicherung ins Ausland schicken. Stattdessen werde erwogen, es im eigenen Land gegen aufbereitetes Material zu tauschen. Iranische Experten würden schon bald einen detaillierten Vorschlag zum Austausch von Uran gegen fertige Brennstäbe unterbreiten. Welche Mengen dafür infrage kämen, werde zurzeit noch geprüft.

Atomdeal sollte Vertrauen schaffen

Der Vorschlag zur Entschärfung des Atomstreits kam von den fünf UN-Vetomächten und Deutschland und wurde von der IAEA im Detail ausgearbeitet. Vorgesehen war, dass der Iran sein niedrig angereichertes Uran zur Aufbereitung nach Russland und Frankreich schickt, statt es im Land selbst höher anzureichern. Mit dem Zugeständnis sollte verhindert werden, dass der Iran selbst das Uran weiter anreichert und so womöglich waffenfähiges Material herstellt. Eine Einigung in dieser Frage hätte ein wichtiger Schritt zum Vertrauensaufbau sein können und hätte möglicherweise die seit Jahren verfahrenen Verhandlungen über den wahren Charakter des iranischen Atomprogramms wieder in Gang gebracht. Aus Kreisen der IAEA in Wien hieß es, noch liege der UN-Behörde keine offizielle Absage des Iran vor. Die Chancen auf ein Gelingen des Atomdeals seien aber inzwischen "sehr dünn".

Infografik: Irans Atomprogramm - die Schlüsselanlagen (Foto: DW-Grafik)

Der Iran benötigt dringend höher angereichertes Uran, um seinen Forschungsreaktor bei Teheran betreiben zu können. Zwischenzeitlich hieß es aus dem Iran, man wolle lieber angereichertes Uran aus dem Ausland zukaufen, als eigenes schwach angereichertes Material zur Aufbereitung abzugeben.

Iran bleibt stur

Der iranische IAEA-Gesandte Ali Asghar Soltanieh (Foto: dpa)

Der iranische IAEA-Gesandte Ali Asghar Soltanieh verlangt Garantien

Der iranische Gesandte bei der IAEA, Ali Asghar Soltanieh, betonte in Wien, es gebe schon länger ein "Vertrauensdefizit", da verschiedene Länder ihre Nuklear-Lieferverträge mit dem Iran nicht eingehalten hätten. "Wir wollen sicher sein, dass es eine Garantie dafür gibt, dass wir am Ende den Brennstoff für unseren Forschungsreaktor in Teheran erhalten", sagte Soltanieh.

Um dem Iran entgegenzukommen, steht noch der Vorschlag von IAEA-Chef Mohammed el Baradei im Raum, die Türkei in den Deal als Treuhänder einzubinden. Statt sein Uran nach Russland zu liefern, würde Teheran es in die Türkei schicken. Irans westliches Nachbarland würde das Material dann solange verwahren, bis der benötigte Brennstoff wie verabredet an den Iran geliefert wurde und das Uran dann nach Russland schicken. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte sich dazu vor einigen Tagen positiv geäußert, nach Angaben aus IAEA-Kreisen stehen Teile der Führung in Teheran aber auch dieser Idee äußerst kritisch gegenüber.

Eine zweite im Bau befindliche Anlage zur Urananreicherung im Iran soll an diesem Donnerstag erneut von Experten inspiziert werden. Dies teilte die IAEA mit. Bereits im Oktober hatte eine Expertengruppe die Anlage im Ort Fordo bei Ghom untersucht.

Autor: Ulrike Quast (dpa,rtr,ap,afp)

Redaktion: Anna Kuhn-Osius

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