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Keine Bildungslücke bitte!

Es ist kompliziert mit der Bildung. Sie ist wichtig, doch zu viel davon macht hochmütig. Sie ist ein hohes Ziel, bringt uns aber manchmal dazu, das Wesentliche zu vergessen. Dennoch zieht sie sich durch das ganze Leben.

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Keine Bildungslücke bitte!

Wer gebildet ist oder Bildung hat, der weiß, was gut und was schlecht ist, der kennt sich in der Kultur aus, kann sich benehmen, ist anständig, sieht die Welt wie sie ist. Wer zu gebildet ist, der gibt mit seinem Wissen an, sieht alles nur noch theoretisch, ist sich zu fein für das normale Leben, hat keinen Spaß an einfachen Dingen, hält sich für etwas Besseres. Darüber, was Bildung ist, wird seit Jahrhunderten gestritten, von Pädagogen, Theologen, Philosophen und Professoren. Klar ist nur: Bildung hat viel mit Wissen und Kenntnis zu tun, und Bildung wird abgegrenzt von Erziehung, zumindest in der deutschen Sprache.

Göttliche Bildung

Angefangen hat das alles im Mittelalter. Der Philosoph und Theologe Meister Eckhard hat das Wort „Bildung“ zum ersten Mal verwendet. Und schon das war kompliziert. Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, aber der Mensch durfte sich kein Bild von Gott machen.

Bildung war zumindest damals eine Aufgabe Gottes. Mit Bildung bekam man sozusagen ein bisschen göttliche Weisheit von Gott geschenkt, man wurde „nach seinem Bilde geformt“, ein Abbild oder Ebenbild Gottes. Heute sorgt nicht mehr Gott für die Bildung, sondern Schule und Universität übernehmen die Aufgabe.

Ausbildung zum Bildungsbürger

Ein Kleinkind sitzt auf Nachttopf und schaut in ein Buch

Man kann nicht früh genug anfangen, sich zu bilden

Bildung zieht sich durch das ganze Leben und gilt als äußerst erstrebenswertes Ziel. Der Bildungsweg beginnt schon in der Krabbelgruppe und im Kindergarten, wo eifrige Eltern darauf achten, dass ihr Kind auch ja genug frühkindliche Bildung abbekommt. Bildung ist überall da, wo etwas gelernt wird.

Nach dem Kindergarten kommen die Schulbildung, dann die Ausbildung, später die Fortbildung und die Weiterbildung. Und wer denkt, dann sei endlich Schluss, der bekommt gesagt, Bildung sei ein lebenslanger Prozess und wird in die Familienbildungsstätte geschickt. Geregelt wird das Bildungswesen von Bildungskommissionen und Bildungsministern.

Jede Menge Bildungsanweisungen

Es gibt Bildungsratgeber, Bildungsrichtlinien und Bildungsgrundsätze – und immer mal wieder einen Bildungskanon, eine Liste, in der steht, welche Bücher, Musikstücke oder Kunstwerke der gebildete Mensch kennen sollte, wenn er keine Bildungslücke haben will.

Wer solchen Ratschlägen folgt, der kann sich Bildungsbürger nennen und auf die Ungebildeten herabschauen oder die, wie es heute heißt, bildungsfernen Schichten wegen ihrer fehlenden Allgemeinbildung bedauern.

Bildungsnotstände und Bildungsreisen

Die Akropolis

Griechenland ist bei Bildungsreisenden sehr beliebt

Der Bildungsbürger kann außerdem den Bildungsnotstand oder gleich die Bildungsmisere anprangern, beklagen wie schlecht es um die Bildung im Besonderen und Allgemeinen bestellt ist.

Er kann dann, wenn er besonders bildungshungrig ist, auf eine Bildungsreise gehen. Es soll aber auch vorkommen, dass die Bildungsbeflissenen nur gebildet tun und eigentlich durch Halbbildung glänzen.

Gebildete Gebilde

Es gibt die Bildung aber auch überall dort, wo etwas sichtbar wird, sich bildet oder herausbildet. Wenn Brot alt wird, dann bildet sich Schimmel. Brot neigt also zur Schimmelbildung. Bei einer Krankheit bilden sich vielleicht Bläschen auf der Haut und in einem Dorf bilden sich merkwürdige Bräuche heraus.

Wenn ein Lebewesen bei der Geburt verändert ist, etwa wenn es veränderte Gliedmaßen hat oder ihm Organe fehlen, dann heißt das Fehlbildung oder Missbildung – Wörter, die zum Glück inzwischen kritisch betrachtet werden. Denn wer kann schon immer sagen, was im Gegensatz dazu normal ist.

Phantasiegebilde

Wolke in Form eines Schlosses

Phantasie kennt keine Grenzen

Wenn etwas gebildet, also geschaffen oder gebaut wird, dann entsteht ein Gebilde. Das kann ein Bauwerk sein, zum Beispiel ein interessantes Haus, aber auch ein Kinderkunstwerk aus Legosteinen.

Wenn ein Kunstwerk, ein Gebäude oder eine Idee nur in der Vorstellung existiert, dann ist es ein Phantasiegebilde. Und damit wären wir dann auch gleich bei der Einbildung. Wer sich etwas einbildet, der denkt sich etwas aus, das es in der Realität nicht gibt. Wer hingegen eine gute Einbildungskraft hat, der kann sich Dinge vorstellen, die nicht da sind und so vielleicht etwas Neues erfinden oder ein Kunstwerk schaffen.

Einbildung ist auch eine Bildung

Wer allerdings eingebildet ist, der hält sich für etwas Besseres und schaut auf die anderen herab. Sie sind für ihn ungebildet, unkultiviert, einfach oder gewöhnlich. Er selbst – natürlich auch sie selbst – bildet sich die ganze Bildung, die Klugheit und die Großartigkeit aber nur ein. Und so heißt es oftmals treffend: Einbildung ist auch eine Bildung.




Arbeitsauftrag
Beantwortet in schriftlicher Form diese drei Fragen:
1. Wann ist ein Mensch gebildet?
2. Wofür ist Bildung nützlich?
3. Kennt ihr einen eingebildeten Menschen. Beschreibt die Person in Stichworten.

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