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Aktuell Asien

Keine Arbeiter in Kaesong

Nordkorea lässt nicht locker: Im Industriepark Kaesong erschien keiner der rund 50.000 nordkoreanischen Arbeiter - die dort aktiven südkoreanischen Firmen sind damit quasi stillgelegt. Auch Japan reagiert jetzt.

Das nordkoreanische Regime hat wie angekündigt keine Arbeiter aus dem eigenen Land mehr in den grenznahen innerkoreanischen Gewerbepark in Kaesong gelassen. Die rund 53.000 nordkoreanischen Arbeiter seien nicht zur Arbeit in der Sonderwirtschaftszone erschienen, teilten das Vereinigungsministerium in Seoul sowie südkoreanische Firmenvertreter mit. Die Produktion in den Fabriken in dem Industriepark in der nordkoreanischen Stadt sei zum Erliegen gekommen.

Kaesong bringt Nordkorea Devisen

Video ansehen 01:34

Nordkorea schließt Industriepark

Nach immer neuen Kriegsdrohungen gegen Südkorea hatte das Regime in Pjöngjang am Montag angekündigt, alle nordkoreanischen Arbeiter aus dem Kaesong-Komplex abzuziehen. Der Betrieb werde bis auf weiteres eingestellt. Im Zuge der aktuell angespannten Lage auf der koreanischen Halbinsel hatte Nordkorea bereits in der vergangenen Woche südkoreanischen Arbeitern die Einreise in die gemeinsam von beiden Staaten betriebene Sonderwirtschaftszone untersagt, die Ausreise hingegen erlaubt. Nach Angaben des Vereinigungsministeriums in Seoul verließen bis Montagabend gut 300 Südkoreaner den Komplex, 475 blieben vorerst vor Ort, um die Produktion am Laufen zu halten.

Der 2004 eröffnete Industriepark liegt in Nordkorea, zehn Kilometer von der Grenze zum Süden entfernt. In Kaesong sind 123 südkoreanische Unternehmen angesiedelt. Der Gewerbepark ist eine wichtige Quelle für ausländische Devisen für Pjöngjang. Experten bezweifeln deshalb, dass Nordkorea den Komplex dauerhaft schließen will. Er ist das letzte große Gemeinschaftsprojekt der beiden Länder. Formell befinden sich Süd- und Nordkorea seit dem Ende ihres Bruderkriegs (1950-53) noch immer im Kriegszustand.

Nordkorea ruft Ausländer zum Verlassen Südkoreas auf

Nordkorea hat im benachbarten Südkorea lebende Ausländer aufgerufen, das Land zu verlassen. "Im Falle eines Krieges wollen wir nicht, dass in Südkorea lebende Ausländer verletzt werden", erklärte das nordkoreanische Asiatisch-Pazifische Friedenskomitee laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. Die koreanische Halbinsel steuere auf einen "thermo-nuklearen Krieg" zu, hieß es in der Erklärung. Sämtliche ausländischen Organisationen, Firmen und Touristen sollten daher "Evakuierungsmaßnahmen ausarbeiten".

Erst am Freitag hatte die nordkoreanische Führung die Botschaften in Pjöngjang aufgefordert, eine Evakuierung zu prüfen, weil es im Falle eines Krieges die Sicherheit des Personals nicht garantieren könne.

Weitere Raketentests erwartet

Seit dem dritten Atomtest durch Nordkorea im Februar haben sich die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel deutlich verschärft. Nordkorea hatte angesichts der Ausweitung von UN-Sanktionen gegen das Land und südkoreanisch-amerikanischer Militärmanöver unter anderem den Waffenstillstandsvertrag von 1953 gekündigt. Erst am vergangenen Donnerstag erklärte die nordkoreanische Armee, ein Atomangriff auf die USA sei ab sofort genehmigt. Zudem verlegte Nordkorea zwei Mittelstrecken-Raketen an seine Ostküste und installierte sie auf mobilen Abschussrampen. Experten rechnen mit einem Raketentest noch in dieser Woche. Die USA haben mit der Verlegung von Kampfflugzeugen und Kriegsschiffen in die Region reagiert.

Zwei Patriotabwehreinheiten vom Typ PAC-3 aus der Vogelperspektive (Foto: rtr)

Mitten in Tokio wurden sie aufgestellt: PAC-3-Abschusseinheiten

Auch Japan bringt sich in Stellung

Angesichts der jüngsten Drohungen aus Nordkorea hat Japan mitten in Tokio Patriot-Raketen stationiert. Die zwei Abwehrsysteme seien in der Nacht auf dem Gelände des Verteidigungsministeriums im Herzen der Hauptstadt installiert worden, sagte ein Ministeriumsvertreter. Sie sollten möglicherweise Richtung Japan abgeschossene nordkoreanische Raketen abfangen. Japanischen Presseberichten zufolge sollen auch an zwei anderen Orten im Großraum Tokio Patriot-Raketen stationiert werden. Das Verteidigungsministerium erklärte zudem, es habe so genannte Aegis-Zerstörer ins Japanische Meer entsandt.

as/kle (dpa, afp, rtr)

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