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Fokus Osteuropa

Keine Abkürzung für Montenegro auf Weg in die EU

Nach dem montenegrinischen Unabhängigkeitsreferendum legt die EU Podgorica nahe, das Verhältnis zu Belgrad zu regeln. Gespräche dazu werden vorbereitet. Zugleich rumort es im Sandzak. Auch die Kirche orientiert sich neu.

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Neuorientierung nach dem Referendum

Nach einem Treffen mit EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn hat Montenegros Premier Milo Djukanovic am Montag (30.5.) in Brüssel betont, die Beziehungen zu Serbien entschieden darüber, wie schnell sich Montenegro in Richtung EU bewegen könne. "Wir sind bereit, die Verhandlungen über das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) vor Jahresablauf abzuschließen und uns daraufhin dynamisch und gemeinsam mit den übrigen Staaten in der Region daran zu begeben, unser Endziel umzusetzen – und das ist die Vollmitgliedschaft in der EU", erklärte Djukanovic in Brüssel.

EU-Beitrittsperspektive ohne Abkürzungen

EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn bestätigte, dass es bis Jahresende möglich sei, das SAA mit Montenegro abzuschließen. Er erklärte, Montenegro habe wie die anderen Länder des Westbalkan eine konkrete europäische Perspektive. "Der erste Schritt dahin ist, nun die SAA-Verhandlungen fortzuführen und das Abkommen umzusetzen." Eine Abkürzung werde es indes für Montenegro nicht geben. Damit zerschlug er die Hoffnung in Podgorica, dass das Land ohne Serbien die EU-Integration schneller abschließen könne. "Die prospektive Unabhängigkeit impliziert auch eine zunehmende Verantwortung sowohl in Montenegro als auch in Beziehung zur EU."

Aussöhnung und Beziehungen zu Belgrad dringlich

Rehn und auch der EU-Außenbeauftragte Javier Solana lobten Montenegro für den Ablauf des Referendums. So sagte Solana: "Das Referendum ist aus unserer Sicht frei und fair verlaufen. Das Ergebnis ist sehr beeindruckend, wenn man den hohen Prozentssatz der Beteiligung in Betracht zieht." Er forderte indes Djukanovic auf, "dass wir je schneller desto besser zunächst daran arbeiten, die montenegrinische Bevölkerung auszusöhnen und dann auch die Beziehungen zu Belgrad auf konstruktive Weise zu regeln." Daraufhin erwiderte Djukanovic: "Nun haben wir eine neue politische Wirklichkeit, die – wie wir glauben – dazu beitragen wird, dass sich die Region Westbalkan stabilisiert und den Ländern die europäische Perspektive näher bringt."

Dunja Dragojevic
DW-RADIO/Kroatisch, 30.5.2006, Fokus Ost-Südost

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