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Aktuell Welt

Kein US-Gefangenenlager mehr in Afghanistan

Die USA haben ihr letztes Gefangenenlager in Afghanistan geschlossen. Einer der drei letzten Insassen taucht auch in den Berichten über den CIA-Folterskandal auf.

Die Vereinigten Staaten von Amerika haben ab sofort offiziell keine Gefangenen mehr in Afghanistan. Wie ein US-Regierungsvertreter mitteilte, seien die letzten Inhaftierten aus Drittländern, die noch im Parwan Detention Facility Center auf dem Luftwaffenstützpunkt Bagram einsaßen, am Mittwoch in die Verantwortung der Afghanen übergeben worden. Als Inhaftierte aus Drittländern werden Gefangene bezeichnet, die weder US-Bürger noch Afghanen sind.

Verbindung zum CIA-Folterskandal

Zwei der am Schluss nur noch drei Insassen bleiben in Haft. Einer von ihnen ist Redha al-Najar, ein mutmaßlicher Ex-Leibwächter des Terroristenführers Osama bin Laden. Sein Name taucht auch im Zusammenhang mit den jüngst veröffentlichten Dokumenten über die Foltermethoden des US-Geheimdienstes CIA auf.

Dem Bericht zufolge wurde der Tunesier al-Najar Opfer der "erweiterten Verhörtechniken". So wurde er in einer sogenannten "Salzgrube" in Afghanistan gefangen gehalten. Dort gehörten "Isolation in völliger Dunkelheit, minderwertiges Essen, Kälte, laute Musik rund um die Uhr" zu den Foltermethoden. Außerdem habe er dauerhaft Fesseln und Augenbinden tragen müssen.

Streit um Gefangenenfreilassung

Die USA, deren Mission in Afghanistan offiziell am 1. Januar kommenden Jahres endet, hatten schon lange geplant, auch ihr letztes Gefangenenlager an die lokalen Sicherheitsbehörden zu übergeben. Allerdings befürchtete Washington, die Afghanen würden Talibankämpfer freilassen, die dann wieder in den Kampf gegen die westlichen Mächte zurückkehren könnten.

Im Februar hatte der damalige Präsident Hamid Karzai die USA verärgert, als er 65 Häftlinge entließ, von denen einige an Anschlägen beteiligt gewesen sein sollen, bei denen Soldaten der USA und der internationalen Koalition getötet und verwundet wurden.

Karsais Nachfolger, Ashraf Ghani, sagte am Mittwoch eine umfassende Untersuchung der Folter- und Missbrauchsvorwürfe gegen die CIA in Bagram zu. Seine Regierung äußerte sich jedoch nicht konkret zu dem Fall al-Najar.

mak/sc (rtr, ap, dpa)