Kein Sieger im Revierderby | Fußball | DW | 10.04.2016
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Fußball

Kein Sieger im Revierderby

Der FC Schalke 04 und Borussia Dortmund spielen unentschieden. Die Meisterfrage ist dadurch zugunsten des FC Bayern so gut wie entschieden. Im zweiten Nachbarschaftsduell gibt es zwei Platzverweise und einen Sieger.

Die Schalker Fans sprangen auf, Trainer André Breitenreiter raufte sich die Haare und Max Meier zupfte sich verlegen an den Ohren: Das Schalker Mittelfeld-Ass hatte soeben eine Großchance vergeben - in der Nachspielzeit des so wichtigen Spiels gegen den Erzrivalen aus Dortmund. Und so musste sich der FC Schalke gegen eine auf acht Positionen veränderte Mannschaft des BVB mit 2:2 (0:0) zufrieden geben. "Wir hatten am Ende noch die Chance auf den Siegtreffer. Deshalb bin ich zufrieden", resümierte Breitenreiter. "Es hat ja kaum einer damit gerechnet, dass wir gegen eine Topmannschaft punkten. Auf dem Trainerteam und die Mannschaft wird ja sonst nur rumgetreten." Dortmunds Trainer Thomas Tuchel befand: "In der zweiten Halbzeit fand ich uns klar besser, wir haben es ganz gut gemacht."

Liverpool im Hinterkopf

Tuchel hatte vor dem Spiel eingeräumt, eher das Halbfinale der Europa League erreichen zu wollen als den Derbysieg. Und so ließ er unter anderem Ilkay Gündogan, Pierre-Emerick Aubameyang, Marco Reus und Henrich Mchitarjan auf der Bank sitzen. "Die Aufstellung stand schon relativ früh im Trainerbüro auf dem Zettel." Nach einer durchschnittlichen und ereignislosen ersten Halbzeit kam Dortmund frischer aus der Kabine und ging zweimal in Führung, Shinji Kagawa (49. Minute) und Matthias Ginter (56.) erzielten die Treffer für die Schwarz-Gelben. Für die Schalker waren Leroy Sané (51.) und Klaas-Jan Huntelaar per Elfmeter (66.) erfolgreich. Ein Foulspiel von Sokratis an dem Schalker Stürmer bestrafte Schiedsrichter Felix Zwayer mit einem Foulelfmeter, den der Niederländer sicher verwandelte. Schalkes Trainer Breitenreiter hatte nach dem peinlichen 0:3 beim Aufsteiger FC Ingolstadt sein Team ebenfalls umformiert und unter anderem dem niederländischen Torjäger wieder eine Chance gegeben. Der lobte "eine sehr gute Leistung unserer Mannschaft". "Wir haben das gezeigt, was wir haben vermissen lassen in Ingolstadt: Echte Männer zu sein", sagte Torwart Ralf Fährmann.

BVB hakt Meisterschaft offiziell ab

Lukasz Piszczek, Henrikh Mkhitaryan, Ilkay Guendogan, Gonzalo Castro, Marco Reus and Pierre-Emerick Aubameyang sitzen auf der Dortmunder Ersatzbank. (Foto: Getty Images/Bongarts/D. Grombkowski)

Die wohl best besetzte Ersatzbank der BVB-Geschichte

Dem in die Kritik geratenen Schalker Coach verschaffte der Punkt ein wenig Luft. Sein Team schnuppert auf Rang sieben weiter an den Europapokal-Plätzen. Dortmund hatte als bester Zweiter der Bundesligageschichte den Tabellenplatz und damit auch die Champions-League-Teilnahme bereits am vergangenen Spieltag gesichert. Durch das Unentschieden vergrößerte sich die Distanz auf Spitzenreiter FC Bayern München allerdings auf sieben Punkte bei noch fünf ausstehenden Spieltagen. Damit scheint die Meisterfrage so gut wie entschieden zu sein. "Die Spiele werden immer weniger, die Bayern gewinnen immer weiter, wir sind doch alle Realisten", kommentierte BVB-Sportchef Michael Zorc die Lage an der Tabellenspitze. Tuchel pflichtete ihm bei: "Das ist ein sehr realistisches Szenario, dass die Bayern Meister werden. Die ganz große Aufholjagd - ich weiß nicht, ob's die noch gibt."

Leverkusen siegt gegen Köln

Chicharito feiert seinen Treffer. (Foto: Getty Images/Bongarts/S. Steinbach)

Chicharito (3.v.l.) trifft erneut für Leverkusen

Am Ende wurde es hektisch: Fünf Minuten Nachspielzeit gab es bei dem bis dahin äußerst fairen Duell zwischen dem 1. FC Köln und Bayer Leverkusen, dann wurde es unübersichtlich: Beim (End-)Stand von 2:0 (2:0) für Leverkusen gerieten plötzlich die Spieler beider Teams aneinander. Das Schiedsrichtergespann um Manuel Gräfe beriet sich und schickte im Anschluss gleich zwei Akteure vom Platz: Leonardo Bittencourt mit einer Roten Karte und Wendell mit Gelb-Rot. "Das war unnötig. Das Spiel war gelaufen", sagte Bayer-Trainer Roger Schmidt zum späten Aufreger. Zuvor hatten sich beide Teams ein ansehnliches Spiel geliefert, Chancen herausgespielt und mehrfach das Alumimium getroffen, für die Tore sorgten Julian Brandt (39.) und Javier Hernandez (44.).

Leverkusen verbesserte sich durch den Sieg auf Rang vier und hat nur noch einen Zähler Rückstand auf den Tabellendritten Hertha BSC. Bayers Weltmeister Christoph Kramer sah sein Team als Gewinner des Spieltags. "Ja, absolut. Wir müssen sehen, dass wir den goldenen Spieltag ins Ziel retten." Köln kassierte die vierte Heimpleite nacheinander und bleibt auf Rang elf mit nur sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang.

Verfolgen Sie noch einmal die Sonntagspartien im Liveticker. Alle Ergebnisse des 29. Spieltages und die Tabelle der Fußball-Bundesliga finden Sie hier.

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