Kein Schweinefleisch in Venezuela | Aktuell Amerika | DW | 28.12.2017
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Versorgungskrise in Venezuela

Kein Schweinefleisch in Venezuela

In Venezuela gehört Schweinefleisch traditionell zum Weihnachts- und Neujahrsessen. Dieses Jahr bleiben die Regale noch leerer. Das Volk protestiert und Präsident Maduro hat den Schuldigen schnell ausgemacht.

Venezuela Caracas Protest ARCHIV (pictutre-alliance/NurPhoto/R. Camacho)

Auch Ende November steckten wütende Venezolaner Müllberge in Brand, um gegen die Not im Land zu protestieren

Kurz vor dem Jahreswechsel haben in Venezuela ein weiteres Mal zahlreiche Menschen gegen die Lebensmittelknappheit demonstriert. In den Armenvierteln der Hauptstadt Caracas blockierten sie Straßen, steckten Müll in Brand und skandierten "Wir haben Hunger". Teilnehmer berichteten, es gebe massive Engpässe bei den staatlichen Verkaufsstellen Clap, die bis zu 20 Grundnahrungsmittel zu subventionierten Preisen führen.

Zudem hatte die sozialistische Regierung für die Feiertage die Verteilung von Schweinefleisch versprochen, das in dem ölreichsten Land traditionell zum Weihnachts- und Neujahrsessen gehört. Präsident Nicolás Maduro beschuldigte im Staatsfernsehen Portugal, die Lieferungen sabotiert zu haben. "Was ist mit dem Schweinefleisch? Wir haben das Fleisch gekauft, die entsprechenden Verträge unterzeichnet. Aber sie sabotieren uns. Ich kann Ihnen das Land nennen: Portugal", meinte der Staatschef im TV weiter.

Portugal wehrt sich umgehend

Die Regierung in Lissabon wies die Anschuldigungen umgehend zurück. Portugals Außenminister Augusto Santos Silva sagte dem Radiosender TSF, die Regierung habe mit Sicherheit nicht die Macht, Schweinefleisch-Lieferungen zu verhindern. "Wir leben in einer Marktwirtschaft. Einzig die Unternehmen sind für den Export verantwortlich", ergänzte der Minister.

Wegen Misswirtschaft, Korruption und des relativ niedrigen Ölpreises leidet Venezuela seit vier Jahren unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. Es fehlt an Devisen, um Lebensmittel, Medikamente und andere Dinge des täglichen Bedarfs zu importieren. Maduro macht immer wieder entweder die Opposition, die USA oder andere Mächte für den Zustand des Landes verantwortlich.

se/fab (rtr, dpa)

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