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Top-Thema – Podcast

Kein Schutz für Whistleblower

Whistleblower haben eine wichtige Aufgabe in der Gesellschaft: Sie informieren die Öffentlichkeit über Missstände. Dennoch werden sie oft dafür bestraft. Auch in Deutschland gibt es kein Gesetz, das sie schützt.

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Kein Schutz für Wistleblower – das Top-Thema als MP3

In den letzten Jahren haben Whistleblower der Welt viele wichtige Informationen geliefert: Edward Snowden deckte zum Beispiel die Massenüberwachung durch den US-Geheimdienst NSA auf. Belohnt werden die Whistleblower allerdings nicht. Im Gegenteil: Oft werden sie verfolgt oder bestraft. Snowden muss im russischen Exil leben.

Auch in Deutschland gibt es Whistleblower. 2007 brachte Miroslaw Strecker einen der größten Gammelfleisch-Skandale an die Öffentlichkeit und bekam dafür einen Preis für Zivilcourage. Seinen Job verlor er trotzdem. Das ist nur ein Beispiel von vielen. Andere werden beleidigt, ihr Ruf wird zerstört, oder sie werden vor Gericht gebracht.

Der Steuerfahnder Rudolf Schmenger bekam 2009 den internationalen Whistleblower-Preis, weil er Steuerhinterziehungen von großen Banken aufdeckte. Das Finanzamt wollte ihn vorher stoppen und ließ ihn von einem Psychologen für psychisch krank erklären. Schmenger sagt zu seinen schlechten Erfahrungen als Whistleblower: „Wir müssen feststellen, dass die Insider, die Missstände an die Öffentlichkeit bringen, in unserem Land keinerlei Schutz erfahren.“

Es ist nicht sicher, ob Whistleblower durch Gesetze besser geschützt werden können. Denn in den USA geht die Regierung trotz gesetzlichen Schutzes gegen Whistleblower vor. In Deutschland gibt es solche Gesetze nicht mal. Ein Gesetzesvorschlag dazu wurde abgelehnt. Stattdessen hat das EU-Parlament einen einheitlichen Rechtsschutz für Geschäftsgeheimnisse beschlossen. Damit könnte man laut Experten noch stärker gegen Whistleblower vorgehen.


Glossar

Whistleblower, -/Whistleblowerin, -nen
(aus dem Englischen) – jemand, der eine kriminelle Handlung einer Firma/einer Behörde öffentlich macht

Missstand, -stände (m.) – hier: die kriminelle Handlung; etwas, das ungerecht ist

etwas auf|decken – hier: etwas, das nicht bekannt werden soll, bekannt machen

Massenüberwachung, -en (f.) – die ständige Kontrolle einer großen Zahl von Personen

jemanden belohnen – jemandem, der etwas gut gemacht hat, etwas geben

jemanden verfolgen – hier: jemanden einsperren oder sogar töten wollen

Exil, -e (n.) – das Land, in dem man lebt, weil man seine Heimat verlassen musste

etwas an die Öffentlichkeit bringen – etwas öffentlich bekannt machen, das nicht bekannt werden soll

Gammelfleisch-Skandal, -e (m.) – die Tatsache, dass Fleisch, das nicht mehr gut ist, verkauft wurde

Zivilcourage (f., nur Singular) – der Mut, anderen zu helfen, obwohl es gefährlich ist

Ruf (m., nur Singular) – hier: die Meinung, die Leute von jemandem/etwas haben

Steuerfahnder, -/Steuerfahnderin, -nen – jemand, der überprüft, ob Betriebe die Steuern richtig bezahlen

psychisch – so, dass etwas mit den Gefühlen und Gedanken eines Menschen zu tun hat

Steuerhinterziehung (f., nur Singular) – die Straftat, bei der man Geld vor den Behörden versteckt und keine Steuern dafür zahlt

Insider, -/Insiderin, -nen (aus dem Englischen) – jemand, der bestimmte, nicht allgemein bekannte Informationen hat

etwas erfahren – hier: etwas bekommen; etwas erleben

gegen jemanden/etwas vor|gehen – etwas gegen jemanden/etwas machen; jemanden bestrafen wollen

einheitlich – für alle gleich

Rechtsschutz (m., nur Singular) – hier: die Tatsache, dass der Staat jemandes Rechte schützt


Fragen zum Text

1. Welche Aussage steht im Text? Miroslaw Strecker …

a) hat seinen Arbeitsplatz verloren.
b) wurde angeklagt.
c) hat den internationalen Whistleblower-Preis bekommen.

2. In Deutschland …
a) werden Whistleblower trotz Schutzgesetzen vor Gericht gebracht.
b) gibt es keine Gesetze, mit denen ein Whistleblower geschützt wird.
c) wurde vor Kurzem ein Gesetz zum Schutz von Whistleblowern beschlossen.

3. Das EU-Parlament hat den Schutz für … erhöht.
a) Whistleblower
b) Firmen, die bestimmte Information nicht veröffentlichen wollen,
c) Personen, die ein Gesetz zum Thema Whistleblower vorschlagen wollen,

4. In welchem Satz kann man das Verb nicht durch „bekommen“ ersetzen?
a) Whistleblower erfahren in Deutschland keinen Schutz.
b) Whistleblower machen oft schlechten Erfahrungen.
c) Rudolf Schmenger erhielt einen Preis.

5. In welchem Satz kann man das Verb nicht durch „etwas an die Öffentlichkeit bringen“ ersetzen?
a) Strecker konnte einen der größten Gammelfleisch-Skandale öffentlich machen.
b) Whistleblower haben die Aufgabe, Missstände in Betrieben aufzudecken.
c) Das EU-Parlament sagte öffentlich, dass es einen einheitlichen Rechtsschutz für Geschäftsgeheimnisse geben wird.


Arbeitsauftrag
Geschäftsgeheimnisse dürfen eigentlich nicht verraten werden. Whistleblower tun meistens aber genau das. Wo ist eurer Meinung nach die Grenze, was verraten werden darf und was nicht? Ab wann gilt jemand als Whistleblower und wie würdet ihr ihn schützen? Diskutiert im Kurs.

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