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Politik

"Kein Raum" für Fremdenhass

Die Bundesregierung hat Vorwürfe von Irans Präsident Ahmadinedschad wegen des Mordes an einer Ägypterin zurückgewiesen. In Deutschland sei "kein Raum für Fremden- oder Islamfeindlichkeit", verlautete aus Berlin.

Das Mordopfer auf einem Gedenkplakat vor dem Dresdner Rathaus (Foto: AP)

Trauer um Marwa El-Sherbiny bei einer öffentlichen Zeremonie in Dresden am 11. Juli

"Wir verurteilen solche Taten, wo immer sie auftreten", sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Montag (13.07.2009). Die 31-jährige Ägypterin war Anfang des Monats von einem offenkundig ausländerfeindlichen Täter im Landgericht Dresden erstochen worden.

"Mit zweierlei Maß"

Irans international umstrittener Staatschef Mahmud Ahmadinedschad hatte die Vereinten Nationen aufgefordert, wegen der Bluttat Strafmaßnahmen gegen Deutschland zu verhängen. Im Westen, so zitierte ihn die offizielle Nachrichtengentur IRNA, werde beim Thema Menschenrechte mit zweierlei Maß gemessen. Auch US-Präsident Barack Obama, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und andere politische Führer hätten zu der Tat geschwiegen.

"Angelegenheit der Justiz"

Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte, er habe die Äußerungen zur Kenntnis genommen. Es sei eine Angelegenheit der Justiz, mit den Mitteln des Strafrechtes diejenigen, die solche Taten begingen, zur Rechenschaft zu ziehen. In Deutschland sei seiner Ansicht nach kein Klima gegeben, dass solche Ereignisse begünstige. Es werde von allen Verantwortlichen seit Jahren alles getan, damit solche Taten in der Bundesrepublik keinen Nährboden fänden. Wilhelm betonte, die Regierung habe die Tat bereits auf das Schärfste verurteilt.

"Ägyptische Botschaft zuständig"

Menschenmenge trägt den Sarg (Foto: dpa)

Tausende hatten den Sarg Marwas bei der Beerdigung in Alexandria umringt

Auch das Auswärtige Amt wies den Vorwurf des Vaters der Ermordeten zurück, dass ihn das Ministerium nicht über den Tod seiner Tochter informiert habe. Dafür sei die ägyptische Botschaft in Deutschland zuständig gewesen, mit der das Außenamt von Anfang an in sehr engem Kontakt gestanden habe, hieß es vom Ministerium in Berlin. Der deutsche Botschafter in Kairo habe zudem die Familie aufgesucht und auch persönlich das Mitgefühl der Bundesregierung zum Ausdruck gebracht.

Die 31-jährige Ägypterin Marwa El-Sherbini war am 1. Juli während einer Verhandlung im Landgericht Dresden vor den Augen ihres dreijährigen Kindes von einem 28-jährigen Russland-Deutschen mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt worden. Sie starb wenig später. Die Ermittler gehen von ausländerfeindlichen Motiven aus. Die schwangere Frau hatte den Mann zuvor bereits angezeigt, weil er sie auf einem Kinderspielplatz in Dresden als "Terroristin" und "Schlampe" beschimpft habe. (win/gri/dpa/ap/afp)

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