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2. Bundesliga

Kein Profi-Fußball mehr bei 1860 München

Aus, vorbei, Ende - nach der Niederlage in der Relegation und dem Abstieg in die 3. Liga folgt der nächste Nackenschlag: Investor Ismaik zahlt nicht mehr, es gibt keine Lizenz, die "Löwen" sind nur noch viertklassig.

Das Kapitel Profifußball ist bei Zweitliga-Absteiger 1860 München vorerst beendet. Investor Hasan Ismaik hat die vom Deutschen Fußballbund (DFB) geforderte Millionenzahlung zur finanziellen Rettung des Vereins nicht rechtzeitig überwiesen. Der Neuanfang in der 3. Liga, in die die "Löwen" durch die Niederlage in der Relegation gegen den SSV Jahn Regensburg abgestiegen waren, ist deshalb nicht möglich. Das teilte der Jordanier in einer Erklärung seiner Firma HAM International mit.

"Das Engagement von Hasan Ismaik für den TSV 1860 war über die letzten Jahre hinweg unerschütterlich. Leider ist es Herr Ismaik derzeit jedoch nicht möglich, den erheblichen Betrag, der für die 3. Liga benötigt wird, bereitzustellen, da die e.V. sich weigert, notwendige Änderungen vorzunehmen, um die vielen Themen, mit denen der Verein konfrontiert ist, zu lösen", heißt es in der Erklärung. Die Höhe der Bürgschaft Ismaiks hätte bei zehn bis elf Millionen Euro liegen sollen.

Deutschland Hasan Ismaik Investor und Aufsichtsratsvorsitzender 1860 München (imago/Sven Simon)

Trotz der Misere will Ismaik den Klub weiter "unterstützten"

Der Investor, der seit 2009 rund 60 Millionen Euro in den TSV gesteckt hat, hatte vor einigen Tagen eine Liste von Forderungen an die Vereinsführung übergeben, vor deren Erfüllung er keine weiteren Zahlungen veranlassen wollte. Teilweise widersprachen seine Bedingungen aber den Regularien im deutschen Profifußball - unter anderem der 50+1-Regel, die besagt, dass die Entscheidungsgewalt beim Verein und nicht beim Investor liegen muss - und waren somit unerfüllbar. Offenkundig war Ismaik dennoch nicht bereit, einzulenken. 

Paderborn profitiert... vielleicht

Die Sechziger sind damit nicht in der Lage, die Grundvoraussetzung zur Lizenzerteilung zu erfüllen und müssen sich nun um einen Startplatz in der viertklassigen Regionalliga Bayern bemühen. DFB-Vizepräsident Rainer Koch, der zugleich Chef des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) ist, hatte bereits in Aussicht gestellt, dass man "gegebenenfalls auch Platz für eine 19. Mannschaft in der Regionalliga hätte".

Nutznießer des Investoren-Fiaskos in München könnte Ex-Bundesligist SC Paderborn sein, der zuletzt mit drei sportlichen Abstiegen in Folge auf sich aufmerksam gemacht hatte. Die Paderborner bleiben als 16. der abgelaufenen Saison nun aller Wahrscheinlichkeit nach doch in der 3. Liga. Allerdings müsste auch der SCP dazu zunächst die Lizenzbedingungen erfüllen. Laut Vereinspräsident Wilfried Finke, der sich am Donnerstag in einem Interview mit der "Neuen Westfälischen Zeitung" äußerte, war die Finanzlücke, die vor zwei Wochen noch rund zwei Millionen Euro betragen hatte, noch nicht ganz geschlossen.

asz/ck (dpa, sid)

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