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Kein Leben ohne meine Tasche!

Ob klein, groß, leer oder voll, Plastik oder Leder, ein Leben ohne Taschen ist schwer vorstellbar – besonders für Frauen. Nützliches und Unnützes findet darin Platz. Und auf Reisen ist die Tasche eine gute Begleiterin.

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Kein Leben ohne meine Tasche!

Unter den sogenannten Gebrauchsgegenständen des alltäglichen Lebens finden sich welche, von denen niemand so recht weiß, seit wann es sie gibt. Dinge, die im strengen Sinn nicht erfunden wurden, die einfach da und nicht mehr wegzudenken sind. Bei manchen möchte man vermuten, es habe sie schon immer gegeben, auch wenn sich im Lauf der Zeit ihr Aussehen geändert und ihr Verwendungszweck gewandelt hat. Vom Einkaufswagen zum Beispiel wissen wir, dass er vor circa 60 Jahren erfunden wurde.

Hauptsache tragbar: die Tragetasche

Aber was wissen wir von der Tragetasche? Eigentlich nur, dass sie zumindest aus den Einkaufsmärkten nicht mehr wegzudenken ist. Aber sind das nun Taschen oder Tüten, diese Behältnisse aus Plastik, in die wir an der Kasse alles, was nicht in die mitgebrachte Tasche passt, verstauen?

Eine Frau trägt ihren Einkauf in Plastiktüten

Praktisch, aber umweltschädlich: die Plastiktragetaschen

Eine Tasche, heißt es, sei etwas aus flexiblem Material, meist mit einem – auch zwei Henkeln – oder einem Tragegriff. In selbiger bringt der Mensch Dinge unter, die er dann bei sich tragen kann. Wer eine Tüte verlangt, bekommt von der Kassiererin trotzdem eine Tasche, denn die hat im Gegensatz zur Tüte eben Griffe oder Henkel. Auch das Wort „Tragetüte“ wird ohne Weiteres verstanden. Ob Tasche oder Tüte: Hauptsache sie lässt sich mittels Henkel oder Griff einigermaßen bequem tragen.

Eine Tasche ist manchmal auch ein Sack

Nun ist jedem Menschen, der sehenden Auges durch die Welt geht, klar, dass Tasche nicht gleich Tasche ist. Nehmen wir nur mal die Hosentasche. Die hat keinen Griff und keinen Henkel, trotzdem heißt sie Tasche. Warum? Weil man etwas hineintun und bei sich tragen kann. Zum Beispiel ein Taschentuch.

Übrigens heißen in einigen Gegenden Süddeutschlands, zum Beispiel in der Pfalz, Hosentaschen Hosensäcke. Das ist genau genommen der genauere Ausdruck, denn Säcke sind griff- und henkellos, aber trotzdem kann man etwas in ihnen verstauen. Und zwar jede Menge.

Mit allerlei Leckerem gefüllte Taschen

Eine gfüllte Maultasche auf einem Löffel

Die schwäbische Antwort auf Ravioli: die Maultasche

Denken wir nur an einen vollen Kartoffelsack. Der muss allerdings und unbedingt „Sack“ heißen. Kartoffeltaschen sind etwas ganz anderes, aber das nur nebenbei.

Kartoffelteigtaschen kann man mit allerlei leckeren Sachen – zum Beispiel Wildkräutern – füllen. Was es mit Maultaschen, der schwäbischen Antwort auf italienische Ravioli, sowie Apfel- und Quarktaschen auf sich hat, braucht nicht weiter ausgeführt zu werden.

Die Damenhandtasche

Taschen mit Henkel, Griffen oder Trageriemen sind aus verschiedenen Materialien gefertigt und von unterschiedlicher Größe. Stichwort: Damenhandtaschen. Ein Thema ohne Ende. Was sich alles in ihnen befinden kann, das geht niemanden etwas an.

Jedenfalls handelt es sich um Dinge, die allesamt und logischerweise die jeweilige Taschengröße nicht übersteigen. Wörter, die mit „Tasche“ eine innige Verbindung eingehen und zu Komposita werden wie Handtasche, gibt es jede Menge.

Der Tascheninhalt

Ein aufgeklapptes Schweizer Taschenmesser mit verschiedenen Funktionen wie einer kleinen Schere und einer Nagelfeile.

Sollte auch in einer Damenhandtasche nicht fehlen: das Taschenmesser

Zum Beispiel Taschenbuch, Taschenlampe, Taschenkalender, Taschenuhr – die kommt in Herrenwesten ins Uhrentäschchen – oder auch Taschenschirm, der sogenannte „Knirps“. Sie alle haben ein handliches Format, sind klein und können deshalb leicht mitgenommen werden.

Besondere Erwähnung verdient das Taschenmesser. Natürlich passt es in so gut wie jede Tasche, aber es hat selbst eine. Seine Klinge lässt sich in die taschenähnliche Vertiefung im Griff klappen, weshalb es auch Klappmesser heißt.

Taschengeld und Geldtaschen

Es versteht sich von selbst, dass man in so einer Tasche auch Geld mit sich führen kann. Taschengeld ist jedoch etwas anderes. Man versteht darunter einen kleineren Geldbetrag, der zum Beispiel Kindern regelmäßig gegeben wird.

Die Brieftasche ist – wie das Wort selbst – wohl vom Aussterben bedroht. Denn wer trägt noch Briefe und andere wichtige Papiere mit sich in einer eigens dafür vorgesehenen Tasche! Geldtaschen hingegen gibt es noch. Vornehmlich in der Gastronomie sind sie zu sehen, wenn es nämlich ans Bezahlen geht und die Kellnerin oder der Kellner nach Wechselgeld sucht.

Taschen ohne Griff und Henkel: die Redensarten

ein Kelnner hält eine geöffnete Geldtasche in der Hand. Im Hintergrund stehen zwei Glas Bier und ein Mann will bezahlen.

Hier passt viel rein: in die Geldtasche von Kellnerinnen und Kellnern

Was wäre die deutsche Sprache ohne ihre Redensarten, ohne die übertragenen Bedeutungen nicht ungezählter, aber doch sehr vieler Wörter. Auch die Tasche hat da einiges zu bieten: Wer jemandem auf der Tasche liegt, zehrt von dessen Geld. Und wer sich in die eigene Tasche lügt, betreibt Schönfärberei, wenn nicht gar grobe Umdeutung eines Sachverhalts wider besseren Wissens.

Einem, der sich in der Sache auskennt wie in seiner Westentasche, dem darf man getrost – was die jeweilige Sache angeht – vertrauen. Eine Fußballmannschaft, die unmittelbar vor Spielende mit 4:0 führt, hat den Sieg sicher in der Tasche. Oder nehmen wir die „gefüllten“ Taschen. – Nein, nicht die essbaren. Es braucht nicht viel Fantasie, darauf zu kommen, was es heißt, wenn jemand sich selbst die Taschen füllt oder einem anderen in die Tasche arbeitet. Umgekehrt sind leere Taschen ein Bild dafür, dass jemand kein Geld hat. Da gibt es nichts zu holen.

Die Sache mit dem nackten Mann und der Tasche

Fass mal einem nackten Mann in die Tasche“, sagt der Berliner und meint damit die Habenichtse, die halt gar nichts haben. Da ist dann nichts mit Supermarkt und vollem Einkaufswagen.




Arbeitsauftrag
Handtasche – Taschengeld – Geldtasche, … Spielt das Bandwurmspiel! Alle Mitspieler setzten sich in einen Kreis und eine/r beginnt mit einem zusammengesetzten Wort. Der Spieler, der links neben ihm/ ihr sitzt greift das letzte Wort auf und bildet damit ein neues zusammengesetztes Wort. Viel Spaß!

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