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Deutschlehrer-Info

Kein Geld mehr für berufsbezogene Deutschkurse

Die Kurse „Deutsch für den Beruf“ verbinden Deutschunterricht mit beruflicher Qualifizierung. Sie sind bei Lernern und Arbeitgebern sehr beliebt. Trotzdem soll das Programm dieses Jahr nicht weiter finanziert werden.

Wegen eines am 1. April 2014 verhängten Finanzmittelstopps soll das Programm „Deutsch für den Beruf“ vorerst ausgesetzt werden. Dies verkündete das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) kürzlich in einem Rundschreiben an die betroffenen Träger dieser Kurse – und sorgte damit für völliges Unverständnis.

Denn wie der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) in seiner Pressemitteilung schreibt, erfreuen sich die Kurse sowohl bei den teilnehmenden Migranten als auch bei potenziellen Arbeitgebern großer Beliebtheit, da jeder zweite Teilnehmer mit einem Übergang in ein Beschäftigungsverhältnis rechnen könne. Bis vor Kurzem gingen die Kursträger noch von einer regulären Weiterfinanzierung für 2014 aus, jetzt befürchten sie, dass bis zum Jahresende rund 20.000 Migrantinnen und Migranten von Sprachförderung und beruflicher Integration ausgeschlossen werden könnten.

Die Kurse „Deutsch für den Beruf“ verbinden Deutschunterricht, berufliche Qualifizierung und die Möglichkeit, einen Beruf durch ein Praktikum näher kennenzulernen. Die Teilnehmer sollen darin Wörter, Grammatik und Redewendungen lernen, die sie brauchen, um „kompetent mit Kollegen, Kunden und Vorgesetzten sprechen zu können“, so das BAMF auf seiner Internetseite. Außerdem üben die Teilnehmer, auch komplizierte Texte zu verstehen, und was sie beim Schreiben von E-Mails und Briefen beachten müssen.

Gefördert werden die Kurse vom Europäischen Sozialfonds (ESF) und sind für Menschen mit Migrationshintergrund kostenlos. „Deutsch für den Beruf“ ist ein Programm, das funktioniert und dessen Aussetzung laut DVV einen immensen Schaden verursachen würde – sowohl für die betroffenen Migranten als auch den deutschen Arbeitsmarkt, dem sie nicht mehr zur Verfügung stünden.

Dass es mit der Finanzierung erst 2015 weitergehen soll, wollen die Weiterbildungsverbände nicht akzeptieren und appellieren an die Politik, einzulenken und die dringend notwendigen Mittel für 2014 schnellstmöglich bereitzustellen. Erforderlich wären nach Schätzung des Bundesverbandes der Träger der beruflichen Bildung (BBB), des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV) und des Verbandes Deutscher Privatschulverbände (VDP) rund 50 Millionen Euro, um einen reibungslosen Ablauf des Förderprogramms bis Jahresende zu gewährleisten: „Wir können es nicht hinnehmen, dass ein derart erfolgreiches Programm kurzfristig für mehrere Monate außer Kraft gesetzt wird, tausenden bildungswilligen Migrantinnen und Migranten der Zugang zu einer besonders integrativen Bildungsmaßnahme versperrt bleibt, bei den Trägern wertvolle Strukturen verloren gehen und die Lehrkräfte mit deutlichen finanziellen Einbußen rechnen müssen.“

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