1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Deutschlehrer-Info

Kein Facebook für Lehrer

Lehrer in Baden-Württemberg sollen mit Schülern nicht mehr über Facebook kommunizieren. So will es der Kultusminister des Bundeslandes. Einheitliche Regeln für alle Bundesländer fehlen aber bisher.

Sind Soziale Netzwerke für Schüler und Lehrer ein geeignetes Kommunikationsmittel? Nein, sagt der baden-württembergische Kultusminister Andreas Stoch (SPD). Er ist der Meinung, dass Lehrer nicht mit Schülern auf Facebook kommunizieren dürften, wenn es „um personenbezogene Daten geht – und um die geht es eben im schulischen Bereich sehr häufig“.

Viele Eltern hätten deutlich gemacht, dass sie nicht wollten, dass ihr Kind über Facebook kontaktiert werde. Diese Regel gilt auch für die dienstliche Kommunikation von Lehrern untereinander. Auch dabei gehe es um sensible Daten. Für die schulische Kommunikation seien soziale Netzwerke „nicht zwingend notwendig“.

Der Bundespolitiker Michael Kretschmer (CDU) ist gegen die strengen Richtlinien aus Baden-Württemberg: Er findet es „realitätsfern und zukunftsfeindlich“, Lehrern die dienstliche Kommunikation über soziale Netzwerke wie Facebook zu verbieten. „Viele Teenager kann man mit E-Mails, Briefen oder einer Sprechstunde im konventionellen Stil nicht mehr erreichen“, gab Kretschmer zu bedenken. Er halte es für „ermutigend, dass sich gegenwärtig viele Lehrer bereits aktiv und professionell in sozialen Netzwerken bewegen“.

Der Deutsche Philologenverband forderte derweil bundesweit einheitliche Regeln für den Einsatz sozialer Netzwerke an Schulen. Es müsse nicht jedes der 16 Bundesländer eine eigene Lösung finden, sagte Verbandschef Heinz-Peter Meidinger.

ms/ip (afp)