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Politik

Kein Erfolg für Tony Blair

Indien und Pakistan haben eine negative Bilanz der Vermittlungsmission des britischen Premierministers Tony Blair gezogen. Dennoch gibt es Bewegung in dem Konflikt.

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Gespannte Lage nach außen, Diplomatie hinter den Kulissen

Die Gewalt in der umstrittenen Grenzregion Kaschmir hielt am Dienstag (8.2.02) an: Bei einem Überfall moslemischer Extremisten auf ein Lager der indischen Armee wurden ein Soldat und zwei der Angreifer getötet. Der Sprecher Pakistans betonte, das Land werde sich ungeachtet der anhaltenden Krise in seinen Bemühungen um eine friedliche Lösung nicht entmutigen lassen. Islamabad werde weiter versuchen, Indien an den Verhandlungstisch zu bringen. Die indische Außenamtssprecherin forderte hingegen erneut, Pakistan müsse konkrete, ernsthafte und grundlegende Maßnahmen gegen den Terrorismus ergreifen. Dessen ungeachtet zeigte sich der US-Senator Joseph Lieberman nach einem Treffen mit dem pakistanischen Militärmachthaber Pervez Musharraf in Islamabad zuversichtlich über eine baldige Entspannung der Lage. Er glaube, dass eine von Musharraf für Ende der Woche angekündigte Erklärung zum Kampf gegen den Extremismus "die Geschichte des Landes" ändern werde, sagte Lieberman.

Erstes Einlenken Pakistans erkennbar

Bereits zuvor hatte Musharraf eine mögliche Kooperation mit Indien signalisiert. Nach einem Treffen mit dem britischen Ministerpräsidenten Tony Blair erklärte Musharraf am Montag (7.2.02): "Pakistan lehnt Terrorismus in all seinen Erscheinungsformen ab." Bislang hatte er stets erklärt, Pakistan betrachte die militanten moslemischen Gruppen in Kaschmir nicht als Terroristen, sonders als Freiheitskämpfer. Blair, der in dem indisch-pakistanischen Konflikt den Dialog fördert, lobte die Worte Musharrafs. Nun sei es wichtig zu zeigen, dass terroristische Gruppen keinen Unterschlupf und keine Unterstützung fänden, sagte er unter Hinweis auf den Terroranschlag auf das indische Parlament am 13. Dezember.
Indien macht Pakistan für diesen Anschlag verantwortlich und schloss einen Dialog mit Pakistan auf absehbare Zeit weiterhin aus. Außenminister Jaswant Singh sagte am Montag in Neu-Delhi, Islamabad habe seine Haltung zum Terrorismus nicht geändert. Der derzeitige Truppenaufmarsch an der gemeinsamen Grenze ist der größte seit 1971.

Aufruf zu politischer Lösung

China und Russland riefen unterdessen in einer gemeinsamen Erklärung die beiden Konfliktparteien zu einer politischen Lösung ihres Streits auf. Eine Beilegung des Konflikts auf diplomatischem Weg sei auch den Friedensbemühungen in Afghanistan dienlich, erklärten die Außenminister Chinas und Russlands, Tang Jiaxuan und Igor Iwanow, am Montag bei einem Treffen in Peking.

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  • Datum 12.01.2002
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