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Kultur

Kein Erdbeben, aber ein Durchbruch

Ein B-Movie aus Hollywood weckt Hoffnungen. Nach der Lockerung des staatlichen Monopols auf ausländische Filme in China wittern internationale Produktionsfirmen gute Geschäfte.

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China lockert das Filmmonopol

Der Plot sei dämlich, so urteilten Filmkritiker im vergangenen Jahr gnadenlos über den Film "Epicenter". An den Kinokassen löste der US-Streifen trotz klassischer Elemente eines Kassenschlagers wie schöne Frauen und Actionreiche Szenen kaum Begeisterung aus. In China jedoch hat die Geschichte der weibliche Undercoveragentin Amanda für Aufsehen gesorgt.

Denn "Epicenter" ist der erste Film aus dem Ausland, der auf Chinas kontrolliertem Filmmarkt nicht von der bisher allmächtigen Staatsfirma "China Film" vermarktet wird. "Das ist kein Erdbeben, aber ein Durchbruch", sagt Willie Brent, Unternehmer in Chinas Unterhaltungsbranche mit Sitz in Schanghai.

Mehr Importe aus Hollywood

Bislang erlaubte die Pekinger Führung pro Jahr über "China Film" den Import von zehn ausländischen Filmen mit einem Etat von mehr als einer Million US-Dollar, meist Kassenhits aus den USA. Seit Chinas Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) zum Jahresbeginn aber kommen 20 Hollywood-Streifen jährlich ins Land, bis 2005 werden es wohl 50 sein.


China öffnet den Filmmarkt

Rush Hour II

Öffnung des Filmmarktes. Chackie Chan ist gespannt.

Gut ein halbes Jahrhundert besaß "China Film" das Monopol auf alle ausländischen Produktionen. Jetzt hat sie die Rechte für "Epicenter" an die Mediengruppe "Golden Harvest" aus Hongkong verkauft: Erstmals an einen Filmvertrieb, der nicht vom chinesischen Festland kommt.

Film- und Produktionsfirmen aus aller Welt hoffen nun auf bessere Geschäfte auf dem chinesischen Markt. Vertreter aus 33 Ländern treffen sich in diesen Tagen in Schanghai, um mehr als 200 Produktionen zu präsentieren. Vor allem die Hollywood-Studios warten ungeduldig darauf, die eigenen Filme im Reich der Mitte selbst vermarkten zu dürfen.

Neuordnung der Filmwirtschaft

Chinas Führung will aufgrund der wachsenden Konkurrenz die einheimische Filmbranche mit einem Reformpaket auf Vordermann bringen. Die Staatliche Verwaltung für Radio, Film und Fernsehen arbeitet an einer völligen Neuordnung der Filmwirtschaft. Ein System von Kino-Ketten ohne regionale Barrieren und unvernünftige Monopole soll entstehen.

In den chinesischen Kinos wird dann aufgrund von vielfältigeren Vertriebskanäle eine größere Auswahl an heimischen und ausländischen Filmen laufen. Die Regierung plant außerdem verstärkte Investitionen in den chinesischen Film, um ihn international konkurrenzfähig zu machen.

Knallharter Wettbewerb

Der Zuwachs aus dem Westen bedeutet aber nicht nur eine größere Auswahl an Filmen, sondern auch knallharten Wettbewerb. Die Kinobetreiber wollen schließlich Geld verdienen und zeigen daher lieber die einträglichen Kassenschlager aus den USA, meint ein unabhängiger Filmproduzent aus Schanghai.

"Der Wettbewerb wird helfen", glaubt Brent. Chinas

Conan der Barbar

Der echte Schwarzenegger

Filmbranche sei auf einem "Langen Marsch". Eines Tages aber würden auch einheimische Kassenhits mit einem Budget von 50 Millionen US-Dollar in den Kinos zu sehen sein. Und dann könne es auch "einen chinesischen Arnold Schwarzenegger" geben. (dpa/mb)

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  • Datum 13.06.2002
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