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Kultur

Kein Ende der Fluten

In Indien und Bangladesch sind immer mehr Menschen auf der Flucht vor dem Monsun-Hochwasser. Die Hilfsorganisationen haben Notprogramme initiiert. Besonders für Kinder ist die Lage kritisch, sagt das UN-Kinderhilfswerk.

Zwei Männer auf den aus dem Wasser ragenden Metallschienen eines Eisenbahngleises (Quelle: AP)

Balanceakt: Land unter im indischen Unionsstaat Bihar

Nach heftigem Monsunregen und schweren Überschwemmungen ist die Zahl der Hochwassertoten in Südasien auf 186 gestiegen. Etwa 20 Millionen Menschen waren in Indien und Bangladesch am Samstag (4.8.) auf der Flucht vor den Fluten. Allein im indischen Unionsstaat Uttar Pradesh begannen Soldaten nach Behördenangaben mit der Evakuierung von 500 überschwemmten Dörfern. In Bihar sind nach Schätzungen des UN Kinderhilfswerkes (UNICEF) rund drei Millionen Kinder von den Wassermassen betroffen. In Deutschland riefen die Hilfsorganisationen zu Spenden auf.

"Die bisherige Hilfe reicht nicht aus", sagte der stellvertretende Leiter von UNICEF Indien, Eimar Barr. Etwa 40 Prozent der Betroffenen seien Kinder und Jugendliche, gerade für sie werde die Lage in den Hochwassergebieten immer kritischer. Mehr als 100.000 Häuser seien Schätzungen zufolge allein in Uttar Pradesh und Bihar zerstört oder beschädigt worden. Dabei fehle es nicht nur an sauberem Trinkwasser, sondern auch an Nahrung, Decken und Medikamenten. Vor allem bei Kindern drohen Durchfall, Atemwegsinfektionen und Hautkrankheiten. UNICEF, Welthungerhilfe und Kindernothilfe kündigten Sofortspenden und Hilfseinsätze an.

Chaos in Bombay

Besonders betroffen war auch der Staat Assam und das nördliche Bangladesch. In Assam suchten 100.000 Menschen in Notunterkünften der Regierung Zuflucht, hunderttausende weitere flüchteten in höher gelegene Gebiete und errichteten dort provisorische Hütten. Millionen Menschen waren vom Rest des Landes abgeschnitten. In Bangladesch standen nach Regierungsangaben Teile einer Fernstraße unter Wasser, die die Hauptstadt Dhaka mit dem Rest des Landes verbindet.


Frau watet durch hüfthohes Wasser (Quelle: AP)

Eine überflutete Straße in Bangladesch

Die seit Jahren schwersten Gewitterstürme mit Regen und Überschwemmungen stürzten die indische Finanzmetropole Bombay in ein Chaos. Der morgendliche Berufsverkehr kam in der Millionenstadt an der Westküste nahezu vollständig zum Erliegen. Züge entgleisten, der Luftverkehr wurde wegen schlechter Sicht eingestellt und auf den wasserüberfluteten Straßen standen nach Augenzeugenberichten Autofahrer stundenlang im Stau.

Per Boot gegen Seuchen

Offiziellen Zahlen zufolge mussten in Indien 14 Millionen Menschen ihre Häuser wegen des Hochwassers verlassen, in Bangladesch fünf Millionen. Die Zahl der Todesopfer wurde in Indien mit 132 angegeben, im Nachbarland mit 54. Ärzteteams machten sich per Boot auf den Weg in die Überschwemmungsgebiete, um dem Ausbruch von Seuchen wie Cholera vorzubeugen.

Seit Beginn der Monsun-Zeit starben in Indien nach Angaben der Behörden rund 500 Menschen in den Fluten, lokale Medien gehen von mindestens 870 Opfern aus. Der Monsun dauert in Südasien von Juni bis September. Jedes Jahr sterben in dieser Zeit hunderte Menschen, Häuser werden zerstört und Ernten vernichtet. Nach Angaben von Meteorologen führten Veränderungen von den gewohnten Abläufen in diesem Jahr in bestimmten Regionen zu heftigerem Regen als üblich, während in Mittelindien nur wenig Regen fiel. Im vergangenen Jahr kamen infolge des Monsuns mehr als 1000 Menschen ums Leben, die meisten durch Ertrinken, Erdrutsche, Hauseinstürze oder Stromschläge. (rri)







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